Das Jonastal in Th├╝ringen.


Vorbemerkung:
Falls jemand auf die Idee kommt, selber einmal nachsehen zu wollen, so sei gesagt, da├č die Anlagen die weiter unten beschrieben sind inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert alt sind.
Das alleine wirkt sich schon nicht gerade f├Ârderlich auf ihren jetzigen Zustand aus.
Dazu kommt noch, da├č manche Teile dieser Anlagen praktisch immer noch im Rohbau sind und au├čerdem teilweise gesprengt worden sind.
Es besteht deshalb die Gefahr von pl├Âtzlichen Erdrutschen und Zusammenbrechen ganzer Stollen!!! Au├čerdem ist es offizielle verboten solche Anlagen zu betreten, und es k├Ânnten hier und da noch immer nicht unwesentliche Mengen an Sprengstoff vorhanden sein...
 


Das Gebiet, das das Jonastal genannt wird, liegt in Th├╝ringen, einem der sogenannten neuen Bundesl├Ąnder
in der BRD.
Als ungef├Ąhre Eckpunkte dieses Gebietes kann man die Orte Ohrdruf, Crawinkel und Arnstadt nennen.
W├Ąhrend des 2. Weltkrieges wurde in und um dieses Gebiet mit den Arbeiten an unterirdischen Anlagen begonnen, da man zu dieser Zeit von Seiten der damaligen deutschen F├╝hrung beschlo├čen hatte, Th├╝ringen zu einem ,,Trutzgau'' zu machen.
Dieser sollte auch dann noch ein Fortbestehen der wichtigsten Institutionen des Deutschen Reiches erm├Âglichen, wenn dessen Rest bereits in Feindeshand gefallen war.
Zu diesem Zweck begann man w├Ąhrend des Krieges damit, wichtige Institutionen und Ministerien nach Th├╝ringen zu verlegen, wo sie provisorisch in Hotels und anderen gegebenen Unterk├╝nften untergebracht worden.
Gleichzeitig wurde mit dem Bau an unterirdischen Anlagen begonnen, die die vorerst provisorisch untergebrachten Leute sowie noch andere Einrichtungen beherbergen sollten.
Zu den unterirdischen Einrichtungen z├Ąhlten unteranderem eine Nachrichtenzentrale, ein F├╝hrerhauptquartier, Fabriken f├╝r Flugzeuge und f├╝r Waffen wie die V1 und die V2.
 


Von den geplanten Anlagen wurde trotz anscheinend gr├Â├čtm├Âglichen Einsatz von Menschen und Material
(die Arbeiten im Jonastal sollen sprichw├Ârtlich bis zur letzten Minute angedauert haben) nur ein Teil fertig.

(Diese Behauptung wurde zu Tarnungszwecken unter das Volk gebracht! -khe.)

Die Nachrichtenzentrale, auch als Amt 10 bekannt, sowie das Rheimag Werk wo unteranderem der D├╝senj├Ąger/-bomber Me 262 gebaut werden sollte, waren wohl schon einsatzbereit, die Produktion der Me 262 ist sogar noch angelaufen.
Das geplante F├╝hrerhauptquartier dagegen geh├Ârt wohl zu den Anlagen, die nicht mehr v├Âllig fertiggestellt
werden konnten.
Was jedoch ├╝berhaupt alles wirklich an Anlagen geplant gewesen war, und was davon wirklich gebaut wurde
und bis zu welchem Stadium, das ist heute ├╝berhaupt nicht bekannt. Zumindest nicht offiziell.

Es gibt mehrere Gr├╝nde daf├╝r, da├č es im Jonastal noch mehr gab bzw. immer noch gibt, als allgemein bekannt ist. Einer dieser Gr├╝nde ist da z.B. der Umstand, da├č die Tagebuchaufzeichnungen der betreffenden Einheiten der US-Army die das Jonastal nach Ende der dortigen Kampfhandlungen besichtigt hatten nicht in den entsprechenden Archiven zu finden sind, wohl aber die Aufzeinungen aus der Zeit davor und danach.

Hatte die US-Army im Jonastal wom├Âglich etwas gefunden, was in Washington derartige Besorgnis hervorrief, da├č man es f├╝r besser hielt, in den Unterlagen kein Wort dar├╝ber zu erw├Ąhnen?

Genau so war es!!!

Doch was k├Ânnte das gewesen sein?
 


Im Laufe der Zeit wurden ├╝ber das Jonastal von allen m├Âglichen Leuten die merkw├╝rdigsten Geschichten erz├Ąhlt.
So sollen z.B. bei dem sogenannten Amt 10 w├Ąhrend des Krieges Versuche stattgefunden haben, bei denen die Z├╝ndanlagen von Motoren in Fahrzeugen aus der Ferne ohne den Einsatz von Feuerwaffen oder sonstigen herk├Âmmlichen Waffen au├čer Funktion gesetzt worden ist.
Es sollen also Fahrzeuge aus der Ferne zum Stillstand gebracht worden sein, ohne diese dabei zu besch├Ądigen!
Es soll auch m├Âglich gewesen sein, zumindest ├╝ber einen begrenzten Teil des Tals k├╝nstliche Wolken zu erzeugen, um dadurch feindlichen Bombern das Zielen auf dortige Einrichtungen zu erschweren bzw. sogar unm├Âglich zu machen... Einheimische aus den umliegenden Ortschaften haben die seinerzeits dortigen Amerikaner ├╝ber etwas reden h├Âren, was sehr gro├č sein sollte, und seiner geometrischen Form her einem gigantischen Wagenrad ├Ąhneln soll... Dann gibt es da auch noch die Geschichten von den Lichterscheinungen, die bis heute immer wieder im Jonastal beobachtet werden, die wie Feuerb├Ąlle aussehen, pl├Âtzlich auftauchen, um dann wild durch die Gegend zu fliegen.
Kompa├čnadeln sollen von ihnen beeinflu├čt werden. Dann soll es dort riesige unterirdische Anlagen geben, die weit in die umliegenden Berge hineinf├╝hren, und deren Zug├Ąnge nahezu perfekt getarnt sind.
 


Nun, es scheint im Wesentlichen im Jonastal zwei Dinge zu geben, die in Washington zu
einem Zusammenzucken bei einigen Leuten gef├╝hrt hat bzw. noch immer f├╝hrt:
 
1. Eine Anlage die zur Energieversorgung der umliegenden Einrichtungen diente, sowie anscheinend noch
andere Aufgaben hatte, und noch immer funktioniert.

2. Eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung, in welcher an atomaren Waffen gearbeitet wurde,
welche dort auch praktisch erprobt wurden.
 


Bei dem ersten Punkt handelt es sich h├Âchstwahrscheinlich um ein Kraftwerk,
das aus  Gravitation Elektrizit├Ąt gewinnt.
 
Zu diesem Schlu├č sind schon mehrere Leute gekommen.

Bei den Leuchterscheinungen im Jonastal handelt es sich demnach nicht, wie oft vermutet, um Flugger├Ąte unbekannter Herkunft, sondern um das Resultat von periodisch freiwerdender ├╝bersch├╝├čiger Energie aus eben diesem Kraftwerk.
 
Wer jetzt glaubt, ein solches Kraftwerk sei ein Ding der Unm├Âglichkeit, der sollte sich mal die Resultate von
Dr. Hartmut M├╝llers Forschungsarbeit ansehen, z.B. den Bericht ├╝ber das G-Element in der Zeitschrift raum&zeit Nr. 109 von Januar/Februar 2001; oder sich mal auf der Internetseite www.net-publicity.de umsehen.

F├╝r ein solches Kraftwerk spricht auch die Notwendigkeit einer von herk├Âmmlichen Brennstoffen unabh├Ąngigen Anlage, die zudem ├╝ber einen langen Zeitraum st├Ąndig in Betrieb sein m├╝├čte, um ein unabh├Ąngiges Restreich aufrechterhalten zu k├Ânnen.
Denn bei Abh├Ąngigkeit von Kohle oder gar ├ľl w├Ąre die Schaffung eines ,,Trutzgaues'' von Anfang an sinnlos gewesen, da man wohl kaum damit zu rechnen hatte, Nachschub aus dem Ruhrgebiet zu bekommen, und deshalb wohl nach ein paar Wochen h├Âchstens einigen Monaten keinen Brennstoff mehr gehabt h├Ątte und somit auch keine elektrische Energie mehr.

Au├čerdem sollte dieses Kraftwerk wohl auch gleichzeitig zur Verteidigung dienen.
Denn das Vorhandensein eines solchen Kraftwerkes w├╝rde durchaus auch erkl├Ąren, warum man damals
├╝ber dem Tal k├╝nstliche Wolken erzeugen konnte.

Man kann n├Ąmlich den Effekt auch umkehren, aus Elektrizit├Ąt wird dann Gravitation.
Und Wolken bestehen ja bekanntlich aus Zusammenballungen von Luftfeuchtigkeit.
Die Luftfeuchtigkeit, also der Wasserdampf in der Luft, ist ja immer vorhanden.

Wenn man nun an einer bestimmten Stelle k├╝nstliche Gravitation erzeugt, dann w├Ąre es doch nur logisch,
da├č sich dort die Luftfeuchtigkeit sammelt, und sich Wolken bilden, vielleicht sogar Regen f├Ąllt...
 
Was die Sache mit dem Ausfall von Z├╝ndanlagen bei Motoren angeht, da sei auf die Berichte von Bomberbesatzungen aus dieser Zeit verwiesen, sowie auf die Tatsache, da├č z.B. heutzutage in Krankenh├Ąusern das Benutzen von Handys strengstens untersagt ist, da diese mit ihren Funkwellen die dortigen elektrischen Ger├Ąte in ihrer Funktion beeinflu├čen k├Ânnen...

Eine solche Art von Verteidigung w├Ąre wohl auch dringend notwendig gewesen, da man mit Flugzeugen und Flak alleine wohl kaum einfliegende feindliche Bomber auf lange Sicht wirksam h├Ątte abwehren k├Ânnen.

Aus einem Briefwechsel mit jemandem, der sich auch mit dieser Sache besch├Ąftigt hat, wei├č ich, da├č der Zugang zu diesem Kraftwerk gesprengt wurde, vermutlich von deutscher Seite aus, damit den Alliierten die dortige Technik nicht in die H├Ąnde f├Ąllt. Jedoch ist sie immer noch aktiv.
 


Beim zweiten Punkt handelt es sich m├Âglicherweise um eine unterirdische Anlage namens Burg,
was jedoch nicht n├Ąher gesichert ist.
 
Dort soll deutschen Forschern bereits am 2. Juli 1944 der Bau einer sogenannten A-Waffe gelungen sein.
Am 4. M├Ąrz 1945 soll auf dem Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf ein kleiner Sprengsatz von 100 g erfolgreich
gez├╝ndet worden sein.
Es war nat├╝rlich keine Explosion mit ,,Atompilz'', sondern nur ein ,,Sekundenblitz''. Im Umkreis von 500 bis 600 Metern sollen die dabei anwesenden H├Ąftlinge alle gestorben sein, sowie zwei der beteiligten Forscher verstrahlt worden sein.

Eine zweite A-Waffe sollte 8 kg wiegen.
Diese hatte man nicht testen k├Ânnen, da sie massivste Zerst├Ârungen verursacht h├Ątte.
F├╝r das Vorhandensein des Objekt Burg spricht der nicht allzu weit weg liegende, offiziell vorhandene ehemalige Versuchsreaktor in Stadtilm.

Was die Realit├Ąt der A-Waffe angeht, da wird zwar immer gesagt, da├č es den Deutschen daf├╝r an ausreichendem Uran und schwerem Wasser gemangelt h├Ątte, aber wie ist dann die Ladung von U-234 zu verstehen, das mit eben diesen beiden Materialien an Bord auf dem Weg nach Japan war?

Wenn solche Sachen wie oben beschrieben damals schon m├Âglich waren, und davon kann man inzwischen mit ziemlicher Sicherheit ausgehen, dann sind damals wohl auch noch ganz andere Dinge real passiert, die bei einigen Leuten ein noch viel gr├Â├čeres Zusammenzucken ausl├Âsen d├╝rften...

Doch das ist wiederum ein eigener Themenkomplex.
 

 

Interwievs von Zeitzeugen:


Cl├Ąre Werner

(Burgwartin auf der Wachsenburg bei Arnstadt)

"Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern.
Es war der 4. M├Ąrz 1945.
F├╝r diesen Tag hatten wir eine Geburtstagsfeier f├╝r den Abend geplant, diese wurde aber kurzfristig abgesagt ... Hans war auch da und half uns noch, dann sagte er uns, dass heute auf dem ├ťbungsplatz
(Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf d.A.), Weltgeschichte geschrieben wird.
Es wird etwas gemacht, was es auf der Welt noch nicht gegeben hat.
Wir sollen am Abend auf den Turm gehen und in Richtung R├Âhrensee schauen.
Er wisse auch nicht wie das neue Ding aussehen wird.
So waren wir ab 20 Uhr auf dem Turm.
Nach 21 Uhr gegen halb zehn war hinter R├Âhrensee mit einmal eine Helligkeit wie hunderte von Blitzen, innen war es rot und au├čen war es gelb, man h├Ątte die Zeitung lesen k├Ânnen.
Es war alles sehr kurz und wir konnten dann alle nichts sehen, wir merkten nur, dass es eine m├Ąchtige Sturmb├Âe gab, aber dann alles ruhig war.
Ich wie auch viele andere Einwohner von R├Âhrensee, Holzhausen, M├╝hlberg, Wechmar und Bittstedt hatten am anderen Tag oft Nasenbluten, Kopfschmerzen und auch einen Druck auf den Ohren."

(aus: Edgar Maye, Thomas Mehner/ Das Geheimnis der deutschen Atombombe/ 2001/ Seite: 206 ff)
 


Adolf Bernd Freier

(Kurzinformation: Ingenieur f├╝r Bauwesen, war verantwortlich f├╝r die Stollenarbeiten im Jonastal/
er arbeitete unter SS Obergruppenf├╝hrer Dr. Ing. Hans Kammler)

" ... Eigentlich war die A-Waffe als solche bereits am 2. Juli 1944 fertig.
Jedoch waren sich die beiden Wissenschaftsgruppen von Berlin aus uneinig, wer den Forschungssieg tr├Ągt
und was der F├╝hrer dazu sagt.
Aus diesem Grund wurde auch in Stadtilm das Forschungs- und Messlabor eingerichtet, welches Diebner f├╝hrte. Seine eigentliche Versuchsfabrik war jedoch im Objekt 'Burg' - dabei lie├č er dort viele andere arbeiten, nur bei speziellen Versuchen war er da.
Vor manchen Versuchen war die Sicherheit f├╝r uns Deutsche und manchmal auch f├╝r einige japanische G├Ąste
sehr hoch.
Die Anlage wurde danach bis zu zwei Wochen von den H├Ąftlingen gewaschen.
War die Strahlungsgrenze im Labor mit 50 R├Ântgen begrenzt, so war sie im Objekt (Bereich A-Anlage) 60.
In der Anlage war die Strahlung so hoch, dass diese nicht mehr von den H├Ąftlingen gemessen werden konnte.
Viele H├Ąftlinge starben an D├╝nnblut und Glasknochenschw├Ąche
(sie wurden von besonderen ├ärzten behandelt; ob es ├ärzte waren, ich m├Âchte heute nein sagen).
Auch zwei Wissenschaftler, Breklein und Schulz, falls die Namen in meinem Ged├Ąchtnis richtig sind,
waren verstrahlt.
Sie waren bei einem Versuch nicht rechtzeitig aus der Anlage gekommen.
Dabei wurden zwei Beh├Ąlter mit dem Sprengstoff gef├╝llt.
Der kleine Beh├Ąlter wurde am 4. M├Ąrz 1945, als so genannte "Kleine A-Waffe" mit 100 g an einem
6 m hohen Ger├╝st gez├╝ndet.
Es war ein Sekundenblitz mit einer einmaligen Wolke.
Die H├Ąftlinge im Umkreis von 500 - 600 m waren alle gestorben, ebenso vier von unseren Leuten.
Im Umkreis gab es zahlreiche H├Ąftlinge mit Verbrennungen.
Dabei musste man bedenken, dass die zweite Waffe ca. 8.000 g hatte ..."

(aus: Edgar Maye, Thomas Mehner/ Das Geheimnis der deutschen Atombombe/ 2001/ Seite: 245)
 


Historische Aufnahme von den Baurbeiten im Jonastal.   © Archiv der Gedenkst├Ątte Buchenwald.


Tausende von Buchenwald-H├Ąfltingen starben beim Stollenbau.

Tatsache ist, dass in Th├╝ringen das letzte "Schutz- und Trutzgau" Deutschlands geplant war.
Man transportierte Kunstgegenst├Ąnde, Gold, Devisen und anderes wertvolles Beutegut in gro├čen Mengen hierher. Wichtige ├ämter, St├Ąbe und Entwicklungsabteilungen f├╝r Hochtechnologie wurden in der letzten Phase des Krieges in die Th├╝ringer "Igelstellung" verlegt.
So errichtete eine Abteilung der deutschen Gruppe f├╝r Atomforschung um Dr. Kurt Diebner und Prof. Walter Gerlach ihr letztes Versuchslabor in den Kellern einer Schule in Stadtilm.
Historisch gesichert ist auch, dass Tausende von H├Ąftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald zwischen Herbst 1944 und April 1945 im Jonastal Zwangsarbeit leisten mussten.
Die meisten verloren aufgrund der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Au├čenlagern
des KZ Ohrdruf ihr Leben.
Es wurden in kurzer Zeit mehr als 25 Stollen in die Muschelkalkh├Ąnge des Jonastals getrieben, die heute verschlossen sind.

├ťber den genauen Beginn und den tats├Ąchlichen Umfang der Arbeiten sind die Aussagen widerspr├╝chlich.
Die Angaben ├╝ber die Zahl der am Bau eingesetzten H├Ąftlinge schwanken zwischen 24.000 und 40.000. Bergbauexperten behaupten, dass f├╝r den Bau der bisher bekannten und erforschten Anlagen wesentlich
weniger Arbeitskr├Ąfte n├Âtig gewesen w├Ąren.
Das legt den Schluss nahe, dass noch unentdeckte unterirdische Areale existieren.
 Das best├Ątigen Aussagen von am Bau beteiligten H├Ąftlingen, welche die Torturen ├╝berlebten.
Auch Einwohner und Angeh├Ârige der 89. US- Infanteriedivision sprechen ├╝bereinstimmend von komfortablen und technisch hervorragend ausgestatteten unterirdischen Anlagen riesigen Ausma├čes.
 

Die Objekte "S-III" und "Olga".

Behauptet wird, das im Jonastalgebiet an einer deutschen Langstreckenrakete mit nuklearem Gefechtskopf, der so genannten "Amerika-Rakete" gebaut wurde.
Zudem ist die Rede von "V- Waffen-Entwicklung", "Teilchenbeschleunigern", "Energieerzeugung nach Tesla- Prinzipien", "Hochfrequenztechnik" und so genannten "Todesstrahlwaffen".
Die Fakten dazu sind widerspr├╝chlich, denn nur sehr wenige Dokumente zu den Geheimnis umwitterten Objekten "S III" und "Olga" sind ├╝berhaupt frei zug├Ąnglich.
S III stand f├╝r das Sonderbauvorhaben Jonastal.
Olga war der Deckname f├╝r das geplante F├╝hrerhauptquartier und den Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf.
Tatsache ist, dass bereits 1937 der Bau einer hochmodernen, unterirdischen Nachrichtenzentrale auf dem Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf begann.
Sie lag drei Stockwerke unter der Erde und war f├╝r die Erfordernisse des ├ťbungsplatzes v├Âllig ├╝berdimensioniert. Ihre Eing├Ąnge waren durch Wochenendh├Ąuser getarnt, aus deren Schornsteinen etwas Rauch aufstieg, wenn der 475 PS starke Schiffsdiesel, der das "Amt 10" vom Energienetz unabh├Ąngig machte, in Betrieb ging.
Reste der gigantischen Anlage sind noch heute zu finden.

Die meisten unterirdischen Objekte wurden kurz vor Kriegsende von der SS gesprengt und getarnt.
Dokumente, die Aufschluss geben k├Ânnten, wurden teilweise vernichtet.

Was ├╝brig blieb, transportierten die Amerikaner nach der deutschen Kapitulation ab.

Bewiesen ist, dass am 7. April 1945 eine hochrangige Expertenkommission von US-Atomforschern die Hinterlassenschaften im Jonastal begutachtete.
Was genau die Wissenschaftler in den unterirdischen Anlagen fanden und nach Aussagen der Anwohner
"in gro├čen Mengen" abtransportieren lie├čen, ist unklar.

Alle Akten, die zur Aufkl├Ąrung der Vorg├Ąnge beitragen k├Ânnten, sind bis heute durch das Pentagon
als "Classified" eingestuft.
Das bedeutet, dass sie f├╝r weitere 50 Jahre unzug├Ąnglich bleiben werden.

Ebenso unklar ist das Schicksal von Hans Kammler.
Der mit umfassenden Kenntnissen und Vollmachten ausgestattete SS- Obergruppenf├╝hrer war zu Kriegsende der Hauptverantwortliche f├╝r die Projekte Olga und S-III.
Er war der Befehlshaber ├╝ber alle deutschen Hochtechnologieprojekte und Untertageverlagerungen.
Nach Kriegsende gelang es Kammler unterzutauchen.
Seine Spur verliert sich 1946 in Prag.

Nachweise f├╝r die "Bombentheorie" stehen noch aus

Nach Kriegsende versuchten die Sowjetarmee, die DDR- Staatssicherheit, aber auch Schatzsucher,
Hobbyhistoriker und H├Âhlenforscher, dem R├Ątsel um das Jonastal auf die Spur zu kommen.
 
Bisher gelang niemandem ein Existenznachweis der unterirdischen Produktionsanlagen der "Wunderwaffen".
Wir hinterfragten die Bombentheorie, distanziert, aber fair: bei Vertretern von Beh├Ârden, Wissenschaft und der Bundeswehr, der jetzigen Nutzerin des Milit├Ąrgel├Ąndes.
Alle dementieren ausnahmslos.
Aber auch Heimatforscher, Geschichtsinteressierte und Schatzsucher kommen zu Wort, welche
Stades Theorie zumindest in Teilen folgen.
Was bleibt, sind viele Fragen.
Besonders dort, wo die offizielle Geschichtsforschung aufh├Ârt.
 


Eines der Hauptargumnente, das gegen die Annahme eines Phantoms spricht, ist die Anzahl
der eingesetzten Zwangsarbeiter.
Um die Dimension zu verdeutlichen, sei die Anzahl von H├Ąftlingen auf einer anderen, ├Ąhnlichen Baustelle angef├╝hrt:

Wizernes, am Englischen Kanal, in der N├Ąhe von Calais gelegen.
 
Hier wurde durch die Organiation Todt zwischen November 1943 und Juli 1944
(Zerst├Ârung durch eine amerikanische Bombe) eine V 2 Abschu├čbasis erstellt.
Einzelheiten sind unter www.v2rocket.com zu finden.
Die Anlage bestand aus einem unterirdischen Dom (Innendurchmesser 61 Meter, Innenh├Âhe 24 Meter,
die H├Âhe der senkrecht stehenden V2 betr├Ągt 14 Meter !) nebst zugeh├Ârigen Stollen und Bunkern von etwa
7000 Metern Gesamtl├Ąnge.
Dieses Bauwerk wurde mit 1.500 H├Ąftlingen erstellt.

Fazit:
Zur Erstellung der 25 Stollen im Jonastal w├Ąren demnach "nur" ca. 300 -500 H├Ąftlinge notwendig gewesen.
Die Anzahl der besch├Ąftigten H├Ąftlinge spricht daher f├╝r die Existenz weiterer Bauwerke unter der Erde.

Ein weiteres Argument das f├╝r die Existenz von geheimem Nazi-Anlagen im Untergrund spricht, findet sich in den "Erinnerungen" eines amerikanischen Offiziers.

Colonel (U.S. Oberst) Allen diente in der THIRD US ARMY unter General Patton und beschreibt in seinem Buch den Vormarsch der amerikanischen Truppen.
(Robert S. Allen, " Lucky Forward. The History of Pattons Third U.S. Amy",
erschienen in New York bei Vanguard Press, 1947 u. 1971.
Auf Seite 297 der Ausgabe von 1971 berichtet Allen von der Existenz mehrerer Untergrundanlagen, die die sich im Raum Ohrdruf und in den nahegelegenen Ortschaften befinden.

Zitat:
"Over 50 feet underground, the installations consisted of two and three stories several miles in lenght
and extending like the spokes of a wheel".
 
Fazit:
Die Amerikaner haben im April 1945 Untergrundanlagen entdeckt, bei denen es sich wahrscheinlich nicht um die bereits bekannten 25 Stollen handeln kann, da diese weder eine Wagenradform haben, noch mehrst├Âckig sind.

Die Aussage Allens spricht daher, ebenso wie die gro├če Anzahl der eingesetzten H├Ąftlinge f├╝r die Existenz
weiterer Bauwerke unter der Erde.

SSP-EXPLORATION hat 1992 diese Vermutung zum Anlass genommen, sich n├Ąher mit dem Jonastal
und seiner Umgebung zu befassen.
Es konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden.
So hat SSP die Lage mehrerer Bunkerkomplexe, das System von Verbindungsstollen sowie einige
ehemalige Zug├Ąnge geortet.
Aus der Sicht von SSP ist damit die Existenz geheimer Untergrundanlangen im Gro├čraum um das
Jonastal herum erwiesen.
In einem n├Ąchsten Schritt m├╝ssten nunmehr Ma├čnahmen ergriffen werden, um zum Inneren von
mindestens einer der Anlagen vorzudringen.
F├╝r eine derartige Aktion soll unter der Leitung von SSP- EXPLORATION ein Team von geeigneten
Spezialisten zusammen gestellt werden.
Es w├Ąre zu w├╝nschen, dass die staatlichen Stellen und die Medien ihre bisherige Reserviertheit in dieser Angelegenheit aufgeben und den Forschungsbedarf erkennen.
 

 


Aus Platzgr├╝nden ist es mir an dieser Stelle unm├Âglich, alle Stationen der Recherche aufzuzeigen.
Wichtig ist die sich aus den vorliegenden Informationen ergebende Konsequenz:

Fliegende Lichter werden seit Ende des Zweiten Weltkrieges gesehen.
Beobachtungen fanden bereits durch Dorfbewohner, Schatzsucher und Milit├Ąrs statt.
In der Phase der Nutzung des Truppen├╝bungsplatzes Ohrdruf wurde durch das damalige sowjetische Milit├Ąr ein elektromagnetisches Feld vermessen, das sporadisch auftritt und seinen Ursprung im Untergrund hat.
Dieses Feld erzeugt m├Âglicherweise einen Effekt, ├Ąhnlichen dem der Piezoelektrizit├Ąt, woraufhin sich bewegende Lichter, Feuerb├Ąlle etc. beobachtet werden k├Ânnen.
Freilich wird man an dieser Stelle die Frage aufwerfen, ob eine unterirdische Energieerzeugungsanlage, die solche Effekte verursacht, ├╝berhaupt denkbar ist.
Und das Kurioseste an der Sache ist das Problem, da├č sie nach mehreren Jahrzehnten
- folgt man der Diskussion -
immer noch zu funktionieren scheint.

Seit dem Abzug der Roten Armee Anfang der neunziger Jahre ist das Jonastal aber nunmehr Ziel unz├Ąhliger Schatzsucher, die hier - wie oben erw├Ąhnt - zum Beispiel das ber├╝hmte
St. Petersburger Bernsteinzimmer vermuten.
Es gibt auch deutliche Hinweise, da├č die SS hier andere Kunstguttransporte eingelagert hat und die Zug├Ąnge zu den fertiggestellten Bereichen vor Verlassen der Baustelle verschlossen hat.
Diese unterirdischen Tresore waren aber nicht erst als Schatzverstecke errichtet worden, nein, es gibt sehr deutliche Hinweise, da├č die unterirdischen Katakomben und Tunnelsysteme technologischen und produktionstechnischen Zwecken dienten, die allerh├Âchste Priorit├Ąt hatten und mit h├Âchsten
Geheimhaltungsstufen verbunden waren.
Das dokumentiert unter anderem auch das seltsame Verhalten des US-Milit├Ąrs, das im April 1945 das Gebiet eroberte.

Vom 1. auf den 2. April 1945 stie├č General Pattons 3. Armee zielgerichtet auf Th├╝ringen vor.
Der keilf├Ârmige Angriff lief unter dem Decknamen ┬╗operation eclipse┬ź - ┬╗Operation Verfinsterung┬ź.
General Patton trieb seine Soldaten zur Eile an. Als die Parlament├Ąre der 89. Infanteriedivision noch um die ├ťbergabe von Eisenach verhandelten, war die Speerspitze der US-Truppen l├Ąngst an der Stadt vorbeigesto├čen. Diese hatte als Ziele die St├Ądte Ohrdruf und Arnstadt ausgew├Ąhlt.
Zu Arnstadt hei├čt es, da├č Hitler und seine Gefolgschaft planen, in ein noch nicht fertiggestelltes Hauptquartier drei Kilometer westlich der Stadt zu ziehen.
Die Amerikaner kannten sogar den Decknamen - ┬╗S 3┬ź - und vermuteten, da├č der F├╝hrerbunker
f├╝nf unterirdische Sch├Ąchte hatte.
Der US-Generalstab war demnach ├╝ber die Aktivit├Ąten der Nazis in Th├╝ringen wohlinformiert.
Aus den Chroniken der 89. US-Infanterie-Division ist zu entnehmen, da├č sie bei ihrem weiteren Vorsto├č Richtung Osten von Friedrichroda ├╝ber Ohrdruf nach Arnstadt marschierte.
Genaue Recherchen brachten ein verbl├╝ffendes Bild zu Vorschein.
Als die US- Truppen am 4. April Ohrdruf erreicht hatten, schien sie das Jonastalgebiet sechs Tage nicht zu interessieren. Und das, obwohl eine Kompanie nur wenige hundert Meter entfernt in Stellung lag.
Erst am 10. April marschierten die Kampfverb├Ąnde weiter.
In einer Zangenbewegung gingen sie um das Tal herum und trafen sich wieder in Arnstadt.
Doch auch hier kehrten sie dem Jonastal den R├╝cken.
Es scheint so, da├č die regul├Ąren US-Truppen von der Existenz der unterirdischen Anlage keine Kenntnis hatten.
Es fehlen auch alle Angaben dar├╝ber, welche Spezialeinheiten das Jonastal freik├Ąmpften, lag hier doch unter anderem eine ungarische SS-Einheit.
Dokumentiert ist nur das KZ-Au├čenlager Espenfeld, das die Amerikaner unweit der Baustelle im Jonastal entdeckten.

Doch auch nachdem der amerikanische Oberbefehlshaber und seine Gener├Ąle das KZ in Ohrdruf inspiziert hatten, stellte niemand ├Âffentlich die Frage, wof├╝r es ├╝berhaupt errichtet worden war.
Dabei wu├čten die Gener├Ąle l├Ąngst, da├č sich im Jonastal eine Gro├čbaustelle der SS befand.
Wohin sie am Nachmittag des 12. April 45 fuhren, haben sie in ihren Memoiren nicht verraten.
Diese sind wohl genauso unvollst├Ąndig wie die zug├Ąnglichen Dokumente der Spezialeinheiten, die den Auftrag hatten, das Jonastal zu erkunden.

Etwa das Bestandsverzeichnis der Luftbilder vom 9. Januar 1945.
Es ist ein eindeutiger Beleg daf├╝r, da├č auch das Jonastal fotografiert wurde.
Doch ausgerechnet die Fotos von der Gro├čbaustelle sind aus dem Archiv entfernt worden.

Wei├če Flecken gibt es auch in den Unterlagen der Aufkl├Ąrungstruppe.
F├╝r das Gebiet zwischen Ohrdruf und Arnstadt waren die Aufkl├Ąrer der 89. Infanterie-Division zust├Ąndig.
Eigentlich h├Ątte ihr Tagebuch eine Antwort darauf geben m├╝ssen, was die Amerikaner in den
Muschelkalkh├Ąngen vorgefunden haben.
Doch ausgerechnet die Eintragungen zwischen dem 8. April 13.35 Uhr und dem 11. April 19.35 Uhr fehlen.
Jener Zeitabschnitt also, in dem sie das Tal erkundet haben m├╝├čten.

Diese Beispiele legen den Verdacht nahe, da├č die Amerikaner ein Interesse hatten, das Zielobjekt im Jonastal bewu├čt aus den Dokumenten herauszuhalten.
Und selbst dort, wo es Erw├Ąhnung findet, fehlt der Hinweis auf die unterirdische Anlage.

Die Protokolle ├╝ber das, was die Amerikaner tats├Ąchlich vorfanden, liegen in den National Archives in Washington. Doch bis heute sind noch viele Dokumente unter Verschlu├č.
Anlaufstelle f├╝r die US-Milit├Ąrakten ist die Au├čenstelle in Sudland.
Der Historiker Willi Korte recherchierte hier.
Er hat sich in Amerika einen Namen gemacht, als er nach intensiven Quellenstudien den Nachweis erbrachte, welcher US-Offizier den Quedlinburger Domschatz geraubt hatte.
Im Fall Ohrdruf fand Korte Belege daf├╝r, da├č die Besatzer in der n├Ąheren Umgebung mehrere
hundert Tonnen Dokumente abtransportiert haben.
Sie stammten von hohen deutschen Milit├Ąr- und Regierungsstellen.
Ein Teil von ihnen wurde in den ┬╗US-Reports┬ź als Staatsdokumente der obersten Geheimhaltungsstufe klassifiziert. In den meterlangen Aktenbest├Ąnden der in Frage kommenden US-Divisionen fand Korte aber
keinen einzigen Bericht ├╝ber das unterirdische System im Jonastal.

┬╗Ich bin nun seit ├╝ber zehn Jahren hier in diesem Archiv t├Ątig und habe an vielen solcher Probleme gearbeitet
und normalerweise schl├Ągt sich ein Vorgang wie das Jonastal, das ein ganzes Tal umfa├čt, in den
Akten eindeutig nieder.
Warum also in diesem Fall das Jonastal sich praktisch in Akten ├╝berhaupt nicht niederschl├Ągt,
ist mir bisher v├Âllig unerkl├Ąrlich.
Ich kann also nur spekulieren.
Eine M├Âglichkeit ist nat├╝rlich, da├č hier Geheimdienstinteressen Priorit├Ąt hatten ├╝ber irgendwelchen anderen Interessen der Milit├Ąrs und da├č sich m├Âglicherweise deshalb in diesen Akten das nicht niederschlagen konnte, sondern in uns bisher noch unbekannten Geheimdienstakten niederschl├Ągt.
Eine andere Erkl├Ąrung wie die, da├č es zum Beispiel im Jonastal nichts zu sehen gab, ist ja eher auszuschlie├čen, weil die Sache war ja doch sehr umfangreich und die Akten haben ja zu anderen Vorg├Ąngen zum Teil sehr detaillierte Beschreibungen geboten.

Also ich tippe eher auf die Tatsache, da├č hier etwas vorgefallen ist, was wir bisher noch nicht
haben recherchieren k├Ânnen.┬ź

Viele glauben mittlerweile, da├č die Geheimhaltung des US-Milit├Ąrs und der -Beh├Ârden in Bezug auf das Jonastal und die damit verbundenen unterirdischen Systeme einen technologischen Hintergrund haben mu├č.
Und dieser hatte einen derart hohen Stellenwert, da├č man bis heute an der Geheimhaltung festh├Ąlt.
Bei aller gebotenen Zur├╝ckhaltung gibt es durchaus deutliche Hinweise auf die dort entwickelten und
angewandten Technologien: V-Waffen-Entwicklung (V1,V2), Atomforschung, Energieerzeugung nach Tesla- Prinzipien, Hochfrequenztechnik und sogenannte Todesstrahlwaffen.

Spekulationen? Wohl kaum. In relativer N├Ąhe befand sich ein Atomforschungslabor (Stadtilm) und die Entwicklungsst├Ątte des Nurfl├╝glers Horton-IV (Waggonfabrik Gotha).
Hinweise f├╝r eine High-Tech-Region.

Es k├Ânnte - abschlie├čend betrachtet - sein, da├č die beobachteten Lichtph├Ąnomene, die anf├Ąnglich behelfsweise
als UFOs bezeichnet wurden, mit einem Teil dieser Technologien in Verbindung stehen.

Mag sein, da├č diese Hypothese f├╝r manchen starker Tobak darstellt. Mag sein, da├č mancher Bauchschmerzen bekommt, wenn er an die Konsequenzen denkt. Allerdings kann sich niemand von uns aussuchen, ob sich abzeichnende Wahrheiten einerseits bequem sind und anderseits ins zementierte Weltbild passen.
Ich habe in den letzten Jahren immer wieder feststellen m├╝ssen, da├č das UFO-Ph├Ąnomen zahlreiche Facetten aufweist und nicht nur mit einer These zu erkl├Ąren sein wird.

Wie dem auch sei: Unklar bleibt zur Zeit noch, warum die beobachteten Feuerb├Ąlle im Wald sporadisch an derselben Stelle entstehen. Und warum es sich ausgerechnet um jenes Gebiet handelt, in dem die Angeh├Ârigen der 3. US-Armee unter General Patton 1945 unterirdische, mehrere Etagen tiefe Bunker und Fabrikanlagen aufgefunden haben ÔÇŽ
 


Interessant ist in diesem Zusammenhang eine von F├Ąth zitierte Aussage des US-Offiziers Robert S. Allen, der die unterirdischen Anlagen wie folgt beschrieb: "Die unterirdischen Anlagen waren erstaunlich. Sie waren richtige unterirdische St├Ądte. In der Umgebung von Ohrdruf gab es vier davon: Eine nahe dem Konzentrationslager, eine unter dem Schlo├č (gemeint ist die Burg Wachsenburg, d. Verf.) und zwei westlich der Stadt. Andere wurden aus naheliegenden Orten gemeldet. Keine war in nat├╝rliche H├Âhlen oder Stollen gebaut. Alle waren k├╝nstliche, milit├Ąrische Anlagen ... Mehr als achtzehn Meter unter Grund hatten die Anlagen zwei oder drei Etagen, waren mehrere Kilometer lang und waren wie die Speichen eines Rades gebaut. Die ganze Verschalung war aus massivem, mit Stahl verst├Ąrktem Beton ..."
 

 

Das Projekt

S lll und Olga". Unterirdische Produktionsanlagen. V2- Raketen aus Nordhausen. "J├Ągerprogramm","Geilenbergprogramm","Notprogramm".Das Baub├╝ro Dr. Kammler, F├╝hrerhauptquartiere. "Sonderelbe" Jasmin". Streng geheim: die Nachrichtenzentralen von Ohrdruf und / Arnstadt. Vorbereitungen. Zeitzeugen erinnern sich.

beitenden und Elektroindustrie, kein Besch├Ąftigter zur k├Ąmpfenden Truppe eingezogen werden durfte. Im Milit├Ąrjargon nannte man dies "UK"-(unabk├Âmmlich) -Stellung. Als Leitbetrieb f├╝r die Endmontage der vorwiegend Fl├Ąchenzerst├Ârend wirkenden Rakete war das Versuchsserienwerk Karlshagen bei Peenem├╝nde auf der Ostsee-Insel Usedom bestimmt worden. Dar├╝ber hinaus sollte die A4 auch in Wiener-Neustadt, (etwa f├╝nfzig Kilometer s├╝dlich von Wien), Friedrichshafen am Bodensee und in Riga gefertigt werden.
Die Koordinierung der Zulieferungen mit der Endmontage wurde einem "Sonderausschu├č A4" im Speer-Ministerium ├╝bertragen.

Noch war die Serienfertigung nicht angelaufen, als in der Nacht vom 17. zum 18. August 1943 Peenem├╝nde und Karlshagen von 433 Bombern der britischen Luftwaffe zerst├Ârt wurden. Schon zwei Tage sp├Ąter, am 20. August 1943, notierte Speer:
 "Der F├╝hrer ordnet auf Grund eines Vorschlages an, da├č alle Ma├čnahmen ergriffen werden, um gemeinsam mit dem Reichsf├╝hrer SS unter starker Einschaltung seiner Kr├Ąfte aus den Konzentrationslagern den Bau entsprechender Fertigungsanlagen und die Fertigung erneut voranzutreiben.
 Der F├╝hrer entscheidet dabei, da├č die bisherigen Anlagen lediglich so lange mit Nachdruck errichtet werden und darin gefertigt wird, bis eine endg├╝ltige Fertigung an gesicherten Orten und in gesicherter Form unter m├Âglichst starker Heranziehung von H├Âhlen und sonst geeigneten Bunkerstellungen gew├Ąhrleistet ist".
Die geeignete unterirdische Anlage wurde im Kohnsteinmassiv bei Nordhausen gefunden. Bereits am 28. August 1943 traf hier der erste Transport von KZ-H├Ąftlingen, vor allem Baufachleute, aus Buchenwald ein.
Zum "Sonderbeauftragten f├╝r Baufragen der A4- Fertigung" wurde am 1. September 1943 der Chef der f├╝r Baufragen zust├Ąndigen Amtsgruppe C im Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS (WVHA), SS-Brigadef├╝hrer Dr. Ing. Hans Kammler, ernannt. Die Verantwortung f├╝r das Gesamtobjekt, das die Bezeichnung "Mittelwerk GmbH" erhielt, oblag jedoch Albert Speers Ministerium f├╝r R├╝stung und Kriegsproduktion und wu
Nur ganz wenige Unterlagen zu S III oder "Olga" sind uns ├╝berliefert. Dabei stand S III f├╝r das Bauvorhaben, und "Olga" war der Deckname f├╝r das F├╝hrerhauptquartier und zugleich f├╝r Ohrdruf. Ein gro├čer Teil der Dokumente ist offenbar in den letzten Tagen des Dritten Reiches in Ohrdruf, Crawinkel und Berlin vernichtet worden.
Seltsamerweise blieben S III und "Olga" auch nach dem Krieg weitgehend unbekannt.
Das mag daran gelegen haben, da├č das Gel├Ąnde Teil des 1945 von der Roten Armee ├╝bernommenen Truppen├╝bungsplatzes Ohrdruf war.
Selbst dem Milit├Ąrwissenschaftlichen Forschungsamt der Bundeswehr war S III bis zum Herbst 1991 kein Begriff.
Dabei ist schon seine Vorgeschichte ein spannendes Kapitel.

Das Baub├╝ro Kammler

Nach der Niederlage in Stalingrad an der Jahreswende 1942/43 hatte Deutschland die strategische Initiative im Zweiten Weltkrieg verloren. Mit dem ihn auszeichnenden Pathos suggerierte Reichspropagandachef Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 in seiner ber├╝hmt-ber├╝chtigten Rede im Berliner Sportpalast den Massen, da├č der
Sieg in diesem "heiligen" Krieg allein eine Frage des Willens und der Zuversicht sei. Und als er dann den aufpeputschten "Volksgenossen" zurief: "Wollt ihr den totalen Krieg?", scholl ihm ein tausendfaches, begeistertes "Ja" entgegen. Goebbels raunte auch von unfehlbaren, alles entscheidenden Geheimwaffen, die sich der F├╝hrer vorbehalte, zum rechten Zeitpunkt einzusetzen. Nun existierten diese "Wunderwaffen" tats├Ąchlich bereits
oder befanden sich im Stadium hoffnunggebender Entwicklung, nur war Goebbels nicht der Mann, der ihre milit├Ąrstrategische Bedeutung auch nur im entferntesten einzusch├Ątzen vermochte. Zu ihnen geh├Ârten der erste Strahltriebj├Ąger (D├╝senj├Ąger) Me 262, die noch in den Vorstadien der Entwicklung befindliche Atombombe und
besonders die Kampfrakete A 4. Die seit 1932 betriebenen Arbeiten an dieser auch als V 2 (Vergeltungswaffe 2) bekanntgewordenen bodengest├╝tzten Rakete waren Anfang 1943 bis zur Serienfertigungsreife gekommen.
Am 10. Januar 1943 wies der Reichsminister f├╝r R├╝stung und Kriegsproduktion, Albert Speer, an,
das A 4-Programm zur "totalgesch├╝tzten Fertigung" zu erkl├Ąren. Das bedeutete, da├č aus den mehreren hundert
Zulieferbetrieben f├╝r die Herstellung der A4, vornehmlich aus der metallverarrde von diesem sowie vom Heereswaffenamt finanziert.
Die SS war, unter Kammlers Leitung, lediglich f├╝r die Bauarbeiten sowie f├╝r die Beschaffung von Arbeitskr├Ąften, vorwiegend aus Konzentrationslagern, zust├Ąndig. In Kammlers Verantwortungsbereich fiel auch der Bau des KZ "Dora" bei Nordhausen.

Dort sowie bei der Errichtung des unterirdischen Endmontagebetriebs "Mittelwerk" im Kohnsteinmassiv, der im Eiltempo innerhalb von knapp 15 Monaten fertiggestellt war, und bei den Montagearbeiten in den Stollen kamen bis Ende M├Ąrz 1945 etwa 10 000 H├Ąftlinge ums Leben, vornehmlich durch Entkr├Ąftung infolge Unterern├Ąhrung.
F├╝r die "Ausleihe" der H├Ąftlinge gegen eine bestimmte Pachtgeb├╝hr an Fabriken des R├╝stungsprogramms war die Abteilung W im Wirtschaftsverwaltungshauptamt zust├Ąndig, deren Chef (bis Juni 1943), Dr. Hans-Karl Hohberg, in N├╝rnberg sp├Ąter f├╝r sich beanspruchen konnte, weder der SS noch der NSDAP angeh├Ârt zu haben.
Ein ganz normaler Beamter also, ein gl├Ąubiger Christ und - ein Buchhalter des Todes.
Bei dem Bauauftrag "Dora" sollte es jedoch f├╝r den t├╝chtigen Brigadef├╝hrer Hans Kammler
(dieser Rang galt nur f├╝r die Allgemeine SS - die Herren in den schwarzen Uniformen -, in der feldgrau gekleideten Waffen-SS hatte Kammler den Rang eines Generalmajors) , der bald zum Gruppenf├╝hrer (Generalleutnant) und 1945 gar zum Obergruppenf├╝hrer (General einer Waffengattung oder eines Armeekorps) avancierte, nicht bleiben.
Ganz abgesehen davon, da├č dem damals dreiundvierzigj├Ąhrigen Ingenieur, der bis 1941 im Luftwaffenverwaltungsamt t├Ątig war, auch der Einsatz der A 4-Raketen ├╝bertragen wurde.
ln zunehmendem Ma├če wurden seit 1944 r├╝stungswichtige Betriebe und reichswichtige Anlagen in unterirdische Anlagen verlegt. Das betraf besonders das sogenannte J├Ągerprogramm   (Fertigung neuartiger Typen von Jagdflugzeugen, wie der Me 262) und das Geilenberg-Programm (benannt nach dem "Generalkommissar f├╝r die
Sofortma├čnahmen beim Reichsminister f├╝r R├╝stung und Kriegsproduktion", Edmund Geilenberg) , nach dem als "Sofortma├čnahme" vor allem Kraftstoffhydrierwerke in bombensicheren Anlagen errichtet werden sollten.
Das letztgenannte Programm war vor allem deshalb so wichtig f├╝r das ├ťberleben und den noch immer in Aussicht gestellten "Endsieg", weil im August 1944 die rum├Ąnischen ├ľlquellen in russische Hand gefallen waren.
Statt 156 000 Tonnen Flugzeugbenzin im Mai 1944 konnten im September desselben Jahres nur noch 10 000 Tonnen erzeugt werden. Was n├╝tzten die modernsten Flugzeuge, wenn sie nicht fliegen konnten? Und Reichsmarschall Hermann G├Âring hatte sich einiges vorgenommen, um den demolierten Ruf seiner Luftwaffe wieder
aufzupolieren. Sein J├Ągerprogramm rangierte gleichwertig mit dem Geilenberg- Sonderprogramm und dem A 4 Programm. In einer mit dem 4. M├Ąrz 1944 datierten Weisung G├Ârings hei├čt es
"Soweit es sich um die Schaffung bombensicherer Fertigungsst├Ątten in gr├Â├čeren H├Âhlen oder neuen Stollen handelt, zieht der Reichsminister f├╝r R├╝stung und Kriegsproduktion den Reichsf├╝hrer SS f├╝r die
Durchf├╝hrung der erforderlichen Bauma├čnahmen zu. Die Bauaufgabe (Umfang und Ort) bestimmt der Reichsminister f├╝r R├╝stung und Kriegsproduktion als Generalbevollm├Ąchtigter f├╝r die Regelung der Bauwirtschaft auf Vorschlag des R.d.L. (Reichsministerium der Luftfahrt - d.V.) und Ob.d.L. (Oberbefehlshaber der Luftwaffe - d.V.).
Der Reichsf├╝hrer SS ├╝bertr├Ągt die Durchf├╝hrung der erforderlichen Bauma├čnahmen dem Chef des SS Wirtschaftsverwaltungshauptamtes - SS- Obergruppenf├╝hrer und General der Waffen-SS Pohl - und bestellt als verantwortlichen Leiter den SS-Gruppenf├╝hrer und Generalleutnant der Waffen-SS, Dr. Ing. Kammler...
Der Reichsf├╝hrer SS stellt Schutzh├Ąftlinge in ausreichendem Ma├če als Hilfskr├Ąfte f├╝r Bau und Fertigung.
Unter Kammlers Leitung entstand danach au├čer der H├Âhlenfabrik bei Nordhausen f├╝r die A4-Fertigung ein ganzes Netz unterirdischer Produktionsanlagen. So gab es allein acht Vorhaben f├╝r den Bau unterirdischer Flugzeugmontagewerke. Eines davon, in einer riesigen Stollenanlage bei Kahla in Th├╝ringen, sollte monatlich bis zu 1 500 D├╝senj├Ąger Me 262 produzieren.

  Kammler avancierte auf diese Weise zu einem der einflu├čreichsten M├Ąnner in der SS- Hierarchie, gleichrangig mit seinem einstigen Chef, Oswald Pohl, und konnte sich einen Apparat aufbauen, der vom Wirtschaftsverwaltungshauptamt so gut wie unabh├Ąngig wirkte. An der Spitze des unheilvollen Unternehmens stand das "Baub├╝ro Dr. Ing. Kammler" in Berlin-Grunewald, Taunusstra├če 8. Diesem Stabsquartier unterstanden
mehrere SS-Sonderinspektionen, und denen wiederum die SS-F├╝hrungsst├Ąbe A, B und S.
Dabei stand A f├╝r Ma├čnahmen zur Verlagerung der R├╝stungsendfertigung, B f├╝r Ma├čnahmen zur Verlagerung der Zulieferindustrie, S f├╝r Sonderma├čnahmen.
Kammler galt schlie├člich als der alles entscheidende Experte auf dem Gebiet der bombensicheren Verlagerung.
Er verf├╝gte sogar ├╝ber einen eigenen Apparat des Sicherheitsdienstes (SD).
Der jeweilige F├╝hrungsstab, der immer von einem Architekten im SS-Offiziersrang geleitet wurde, bestand in der Regel aus etwa zwanzig Angeh├Ârigen.
Er war f├╝r die Ausf├╝hrung der ├Ârtlichen Bauarbeiten sowie f├╝r die Heranziehung von H├Ąftlingen und dienstverpflichteten Zivilisten auf Anforderung der f├╝r das betreffende Vorhaben eingesetzten Privatfirmen zust├Ąndig.

F├╝hrerhauptquartiere

Dem Beispiel der fr├╝h- und hochmittelalterlichen Herrscher folgend, die ihre Pfalzen ├╝ber das ganze Reich verteilt hatten, lie├č auch Hitler im "Gro├čdeutschen" Reich" zahlreiche F├╝hrerhauptquartiere errichten.
Der "oberste Feldherr, als den er sich selbst sah, wollte ├╝berall gegenw├Ąrtig sein, obgleich er die wenigsten der f├╝r ihn errichteten, gegen jeden Feindangriff von au├čen gesicherten Quartiere je zu Gesicht bekommen hat.
Es waren m├Ąchtige Betonfestungen mit ausgedehnten unterirdischen Anlagen.

Dazu geh├Ârten unter anderen die
"Wolfsschanze" bei Rastenburg in Ostpreu├čen,
"Riese" bei Bad Charlottenbrunn sowie
"R├╝diger" bei Waldenburg (beide Schlesien),
"F├╝rstenstein" bei Ksiaz (nord├Âstlich von Krakau) im sogenannten Generalgouvernement,
"Brunhilde" bei Diedenhofen (Lothringen),
"Siegfried" bei Pullach (Bayern) und
"Amt 600" im Raum Gie├čen/Bad Nauheim. 

In der Niederschrift ├╝ber eine "Besprechung beim F├╝hrer am 20.6.1944" hei├čt es, "da├č z. Zt. rund 28 000 Arbeiter beim Ausbau der "F├╝hrerhauptquartiere eingesetzt seien, trotzdem aber infolge der hierbei feststellbaren
Zersplitterung die Gefahr best├╝nde, da├č in absehbarer Zeit an keiner Stelle in gen├╝gendem Umfang und in gen├╝gender St├Ąrke Unterkunftsm├Âglichkeit vorhanden sei".
 Um diese Zeit war der Sieg Deutschlands auch f├╝r die k├╝hnsten Optimisten in unerreichbare Ferne ger├╝ckt.
Im September 1943 hatte Italien kapituliert, am 6. Juni 1944 er├Âffneten die Westallierten mit der Landung in der Normandie die zweite Front.
Am 20. Juli setzten die Sowjets ├╝ber den westlichen Bug und begannen die deutschen Truppen aus Polen zu vertreiben. Am selben Tag unternahm eine Gruppe verantwortungsbewu├čter Offiziere mit dem Attentat auf Hitler den verzweifelten Versuch, Deutschland vor dem totalen Fiasko zu retten.
Am 25. Juli ernennt Hitler Propagandachef Goebbels zum "Reichsbevollm├Ąchtigten f├╝r den totalen Kriegseinsatz".
Drei Wochen darauf, am 10. August, kommt es zu einer Geheimkonferenz von f├╝hrenden Milit├Ąrs und Vertretern der deutschen Gro├čindustrie im "Maison rouge" von Stra├čburg.
Auf dieser Konferenz, von der kein Protokoll angefertigt wurde, ging es um das ├ťberleben der nationalsozialistischen Bewegung und der deutschen Industrie sowie um das taktische Verhalten im Angesicht der nicht mehr abwendbaren Niederlage.
Zusammengefa├čt wurde es in dem Code "ALRZ". Er bedeutete: Auflockern (Dekonzentration und Verlegung von Industriebetrieben, Forschungszentren und F├╝hrungsst├Ąben), L├Ąhmen (Unbrauchbarmachung von Industrie- und Verkehrsanlagen durch Demontage wichtiger Elemente), R├Ąumen und Zerst├Âren.
Von solcherlei Pl├Ąnen erfuhr die Bev├Âlkerung freilich nichts. Inbr├╝nstiger denn je predigte Goebbels den
Glauben an den Endsieg. Am 24. August verk├╝ndete er die "totale Mobilmachung", in deren Gefolge dann alle irgendwie Kriegsverwendungsf├Ąhigen M├Ąnner zwischen 15 und 60 Jahren zum "Volkssturm" einberufen wurden.
An diesem 24. August 1944 fand auch eine Unterredung zwischen dem Chef des Wehrmachtf├╝hrungsstabes, Generaloberst Alfred Jodl, und dem Wehrmachtadjutanten beim F├╝hrer, Oberst Gustav Streve, statt.
In der Niederschrift zu "Planungen und Neubauten FHQu" hei├čt es u.a.:
 
"1 .) FHQu-Unterkunft IG-Schlesien.
 Alle oberirdischen Bauten werden zur├╝ckgestellt. Dagegen sollen mit eingesparten Arbeitskr├Ąften die unterirdischen Bauten forciert und so erweitert werden, da├č die unterzubringenden St├Ąbe voll arbeitsf├Ąhig sind und gleichzeitig wohnungsm├Ą├čig untergebracht sind.
Die hierdurch frei werdenden Arbeitskr├Ąfte sollen in Berchtesgaden und Zeppelin bei den neuen Bunkerbauten Verwendung fnden.

2 .) Berchtesgaden
 Gem├Ą├č den Weisungen des F├╝hrers soll im Gel├Ąnde der Strub-Kaserne ein dreist├Âckiger
Luftschutzbunker mit 7 m Betonschutz errichtet werden.
Er soll enthalten:

 a) die Nachrichtenvermittlung,
 b) Arbeitsraume WESt. (Wehrmachtf├╝hrungsstab - d.V),
 c) Arbeitsr├Ąume Teile OKH (Oberkommando des Heeres - d.V),
 d) Luftschutz-Sammelraum.

  Der Bau dieses Bunkers kann nach den gemachten Erfahrungen nur dann zeitgerecht durchgef├╝hrt werden, wenn durch F├╝hrerbefehl an Reichsminister Speer verf├╝gt wird, da├č Bauleitung und Arbeitskr├Ąfte aus den in IG-Schlesien (Industriegemeinschaft Schlesien - d.V) eingesparten und abzuzweigenden Teilen der OT Bauleitung
(Organisation Todt - d.V.) und Arbeitskr├Ąften gesondert hierf├╝r eingesetzt werden ...

 3.) OKH-Unterkunft Zeppelin.
 Ein Luftschutzbunker gleicher Art und gleicher Gr├Â├če wie unter 2.) geplant, soll ferner in Zeppelin f├╝r das OKH errichtet werden. Auch hierf├╝r m├╝├čten die Arbeitskr├Ąfte aus den in IG-Schlesien frei werdenden Kr├Ąften der OT- Bauleitung herangezogen werden, ebenfalls unter einer besonderen OT-Bauleitung ...

 4.) Neue FHQu-Unterkunft im Raume Mitteldeutschland Th├╝ringen und Harz.
Es ist ein F├╝hrerentscheid herbeizuf├╝hren, ob in diesem Raum eine neue FHQu-Unterkunft zu errichten ist".

 Die sogenannte Alpenfestung, deren Hauptobjekt da├č F├╝hrerhauptquartier auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden bildete, erhielt den Decknamen "Serail". Mit "Zeppelin" ist das OKH-Quartier bei Zossen im s├╝dlichen Randgebiet von Berlin und mit FHQu- Unterkunft IG-Schlesien das Objekt "Riese" in Niederschlesien gemeint. In diesem Dokument taucht zum erstenmal Th├╝ringen als m├Âglicher Standort eines neuen
F├╝hrerhauptquartiers auf. Bei Friedrichroda gab es ein solches Quartier bereits mit dem Code "Wolfsturm". Ungekl├Ąrt ist, ob es sich dabei nur um das Kurhaus oder auch um das Schlo├č Reinhardsbrunn handelte.
Indes kamen beide Objekte wegen unzureichender Sicherung gegen Luftangriffe als F├╝hrerhauptquartier nicht mehr in Frage.
Den Zuschlag erhielt schlie├člich das Jonastal.
Das Projekt wurde im Berliner "Baub├╝ro Dr. Kammler" in die Akten von "Sonderelbe Jasmin" als "Sonderma├čnahme III", kurz S III, aufgenommen. "Sonderelbe" stand f├╝r Sonderbauten, w├Ąhrend Pflanzennamen f├╝r Festungsanlagen verwendet wurden ("Jasmin").

Die Nachrichtenzentrale bei Ohrdruf

Die Standortwahl f├╝r S III beziehungsweise das F├╝hrerhauptquartier "Olga" war nicht nur der g├╝nstigen nat├╝rlichen Gegebenheiten und des strategischen Kalk├╝ls wegen (auf das wir noch zur├╝ckkommen) auf den Raum Ohrdruf/Arnstadt gefallen. Schon bevor Deutschland seine Eroberungspl├Ąne in die Tat umzusetzen begann, hatte die
Reichsf├╝hrung alle Wechself├Ąlle eines Krieges sorgf├Ąltig kalkuliert. So fertigte die Heeresleitung Wehrmacht (das sp├Ątere Oberkommando des Heeres) in Zusammenarbeit mit der in Berlin ans├Ąssigen Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (Wifo) schon seit 1935 Studien ├╝ber die milit├Ąrstrategische und kriegswirtschaftliche Bedeutung des Raumes an. ln derem Gefolge begann 1937 der Bau einer unterirdischen Nachrichtenzentrale auf dem Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf. Sie lag drei Stockwerke unter der Erde. Ihre Eing├Ąnge waren durch Wochenendh├Ąuser getarnt, aus deren Schornsteinen etwas Rauch aufstieg, wenn der 475 PS starke Schiffsdiesel, der das "Amt 10" vom Energienetz unabh├Ąngig machte, in Betrieb war. In den Kellern des Arnst├Ądter
Schlosses zog das "Amt 8" ein.
Herr Karl Schneider aus Arnstadt erinnert sich:
"Die ganzen Bauarbeiten sind streng geheim gewesen. Zuerst sollte in den Jahren 1937/38 die Nachrichtenzentrale unterhalb des Eichfeldes gebaut werden. Als dann die Sache mit der Tschechoslowakei so schnell ging, wurde das Objekt stillgelegt und 1940 die Fernsprechzentrale im Arnst├Ądter Schlo├č installiert. Von hier aus gingen zwei Kabel
weg. Eines ├╝ber Eisleben in Richtung Erfurt und das andere direkt ins Jonastal und nach Ohrdruf. Fernschreiber waren gleichfalls im Schlo├č installiert worden. Das merkten wir an den Materialien, die zum gr├Â├čten Teil auf dem Gel├Ąnde des Hauptpostamtes gelagert wurden".

  Herr Herbert Schweinsberger aus Arnstadt erg├Ąnzt: "Erste Arbeiten f├╝r den Ausbau des Schlo├čkellers zum Nachrichtenzentrum begannen schon 1937, sie wurden aber erst sp├Ąter mit allem Nachdruck vorangetrieben.
Die Arbeiten erfolgten unter strengster Geheimhaltung und Bewachung durch SS.
Jeder von uns hatte mehrere Ausweise, die wir von Berlin erhielten.
Nach Abschlu├č der Arbeiten wurden sie uns sofort wieder abgenommen.
Anfang der vierziger Jahre war der Keller bereits fertig. In ihm waren drei Fernsprech├Ąmter untergebracht.
Ferner befanden sich darin wenigstens 50 Fernschreiber".

  Lassen wir dazu noch Herrn Adolf Keiner aus Erfurt zu Wort kommen:
" Ich kam von Siemens zur Deutschen Post. Da ich mich schon immer f├╝r Technik interessierte,
├╝bernahm ich 1937/38 das unterirdische Einsatzamt, das unter der Bezeichnung "Amt 10" arbeitete, als Beauftragter der Post. In diesem Ohrdrufer Objekt war ich bis zum Kriegsende. Schon 1935/36 wurden vom Inselsberg und von den benachbarten Bergen Messungen, vor allem im Dezimeterwellenbereich, vorgenommen, um, wie es hie├č, Vorbereitungen f├╝r die Einf├╝hrung des Fernsehens zu treffen. Im Jahre 1939 wurde dann auf dem Inselsberg ein Sendeturm errichtet, der unter Verf├╝gung der Wehrmacht stand und Lang-, Mittel- und Kurzwellensender beherbergte. Auf diese Einrichtungen hatte die Post keinen Einflu├č. Analog dazu wurde 1937/38 ein gut getarntes System von Drahtverbindungen mit unterirdischen Vermittlungs- und Verst├Ąrker├Ąmtern geschaffen.
Dabei gab es nat├╝rlich auch Knoten├Ąmter, wie zum Beispiel Zossen. Diese ├ämter waren faktisch f├╝r einen Tag X geschaffen. ln Ohrdruf waren sie 1942 vollst├Ąndig eingerichtet und wurden in st├Ąndiger Bereitschaft gehalten.
Sie wurden aber erst in den letzten Kriegswochen im Vollauf gefahren. Sie trugen Tarnbezeichnungen, wie beispielsweise "Amt 10" in Ohrdruf, "Amt 8" in Arnstadt und so weiter. Unter den einzelnen Ämtern
gab es keine regul├Ąre dienstliche Beziehung. Einer durfte ├╝ber den anderen nichts wissen.
Bemerkenswert war der technische Aufwand der Anlagen. Technisch geh├Ârte "Amt 10" zur Reichspostdirektion, verwaltungsseitig zu Ohrdruf. Unser Objekt bestand aus mehreren unterirdischen Korridoren, die ├╝bereinander lagen und von denen T├╝ren zu den Seitenr├Ąumen abgingen. Die L├Ąnge jedes Korridors betrug sechzig bis siebzig Meter. Am Ende befanden sich die Hochtrennungsschaltanlagen. Geheizt wurde mit Vollautomatik.
Die T├╝ren waren mit Schleusen versehen. Laufend wurden durch zentrale Messungen der ├ťberdruck, die Luftfeuchtigkeit usw. in jedem Raum ├╝berwacht. Auch Ersatzaggregate standen zur Verf├╝gung.
So zum Beispiel ein 475 PS starker Dieselmotor von den Motorenwerken Mannheim, um die Anlagen jederzeit netzunabh├Ąngig fahren zu k├Ânnen.
Hierf├╝r gab es gro├če Reservoirs an Dieselkraftstoff. Ein Brunnen, zweihundert Meter tief, war f├╝r die Wasserversorgung angelegt worden. Die Reichspostdirektion h├╝tete sich indessen zu sagen, wof├╝r das "Amt 10 bestimmt war. Nat├╝rlich konnte man sich das an den zehn Fingern abz├Ąhlen, nur gesprochen werden
durfte dar├╝ber nicht.
Die zur Verf├╝gung stehenden Ger├Ąte waren von ausgezeichneter Qualit├Ąt. Wir konnten sofort mit K├Ânigsberg telegrafieren und telefonieren. Wechselstromtelegrafie, Lorenzsender, alles war vorhanden.
Ebenso waren v├Âllig autonome Kabelsysteme gezogen worden.
Objekte wie das "Amt 10" gab es noch eine ganze Menge. Sie waren meist nur mit ein bis drei Mann besetzt. Welchem Zweck sie dienten, wurde geheimgehalten. Neben den erw├Ąhnten ├ämtern in Ohrdruf und Arnstadt gab es Breitverst├Ąrker├Ąmter in Hohenkirchen und Mittelhausen.
Ein weiteres Amt befand sich in Benshausen bei Suhl, das vom Rennsteig her gespeist wurde und die Strecke Meiningen-Berlin-Hamburg vermittelte.
Ferner gab es ein solches Amt in Erfurt, das aber im Krieg durch einen Volltreffer zerst├Ârt wurde.
ln all den Jahren, in denen das "Amt 10" bestand, war es in st├Ąndiger Bereitschaft.
Wenige Monate vor Kriegsende kamen dann einige hundert Frauen, sogenannte Nachrichtenhelferinnen, aus K├Âln. Zuvor war auch ein Stammtrupp der Post von dort eingetroffen.
Erst zu dieser Zeit lief "Amt 10" in Vollauf. Zuerst begannen die Leute ihren Dienst ziemlich gelangweilt, dann wurde der Betrieb fast nur noch nach der ├Âstlichen Seite gefahren, da ja im Westen nichts mehr zu machen war".
Wie streng auf die Geheimhaltung dieser Objekte geachtet wurde, best├Ątigt Herr Hans R├Âder aus Erfurt:

"Ich war bei der Firma W├╝lfinghoff, Heizungs- und Rohrleitungsbau, in Erfurt als
Monteur besch├Ąftigt. W├Ąhrend des Krieges mu├čte ich Heizungsanlagen auf dem
Flugplatz Bindersleben und dann auch eine ├ľlheizung in Ohrdruf installieren.
Bei dem Objekt in Ohrdruf handelte es sich um zwei unterirdische Anlagen, etwa so gro├č wie das
Postscheckamt in Erfurt. Die unterirdischen Anlagen hatten drei Stockwerke.
Bauherr war die Oberpostdirektion Berlin.
Die Eing├Ąnge zu den unterirdischen Anlagen waren als Wochenendh├Ąuser getarnt.
In den Anlagen gab es gro├če S├Ąle, die als Schlaf- und Arbeitsr├Ąume genutzt wurden.
Wenn man in eine der Anlagen hineinkam, stand man auf jedem Treppenabsatz einem SS-Posten gegen├╝ber,
der den Ausweis genau kontrollierte.

Wollten wir in die zweite Anlage, brauchten wir wieder einen anderen Ausweis.
Im untersten Stockwerk gab es Rohrkan├Ąle, die beide Anlagen miteinander verbanden.
Ich erinnere mich noch eines Erlebnisses, das zeigt, wie streng die Bewachung durch die SS
war. Eines Tages kam eine Delegation von der Oberpostdirektion Berlin, die die Anlagen
inspizierte. Sie wollte auch pr├╝fen, wie die Wachbestimmungen eingehalten wurden.
Zu diesem Zweck hatte man einige Ausweise der dort besch├Ąftigten Arbeiter vertauscht.
Als die nun den SS-Posten passierten und ihre Ausweise vorwiesen, meinte der, es sei alles in
Ordnung und lie├č sie durch.
Der Posten war seitdem dort nie wieder zu sehen..."

  In der obersten Wehrmachtsf├╝hrung gab es ausgesprochene Fetischisten der Nachrichtentechnik.
Sie galt von Anfang an als die eigentliche "Wunderwaffe".
Und das nicht zu Unrecht. Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg glaubte man auf
mangelhafte Nachrichtenverbindungen zur├╝ckfuhren zu k├Ânnen. Das hatte einiges f├╝r
sich, ging doch die Schlacht an der Marne verloren, weil die Verbindung mit den auf
Paris vorr├╝ckenden Truppen abgerissen war. So hatte die deutsche Wehrmachtsf├╝hrung
seit Mitte der drei├čiger Jahre die Nachrichtentechnik in den Rang einer
kriegsentscheidenden Waffe erhoben. Besonders wichtig war sie nat├╝rlich f├╝r die
F├╝hrungsst├Ąbe von Wehrmacht und Heer. Nach dem Krieg hat es dann nicht an
sp├Âttischen Bemerkungen zu der "Wunderwaffe" Nachrichtentechnik gefehlt, die ja
letztlich auch die direkte Intervention des "Obersten Feldherrn" Hitler in weit von ihm
entferntes Kampfgeschehen erm├Âglichte. Das soll zwar nicht bedeuten, da├č wir jenen
recht geben, die behaupten, allein der F├╝hrer sei schuld an Deutschlands Niederlage.
Doch so ganz im Unrecht waren wohl die Soldaten der deutschen Nachrichteneinheiten
nicht, wenn sie, als Geschlagene heimkehrend, sarkastisch feststellten, der Erste
Weltkrieg sei verloren worden, weil die Nachrichtenverbindungen zu schlecht waren, die
Niederlage im Zweiten Weltkrieg hingegen sei den allzu perfekten Verbindungen zu
verdanken gewesen. Doch diese Erkenntnis, welchen Wert man ihr auch immer
beimessen mag, lag weit hinter den Geschehnissen, die uns in Verbindung mit dem
Jonastal interessieren. Hier war die "Wunderwaffe" schon lange vor Kriegsausbruch
installiert, was nicht nur vermuten l├Ą├čt, da├č dem Raum Ohrdruf/Arnstadt von vornherein
strategische Bedeutung beigemessen wurde.

Vorbereitungen:

Welche Gegend war also besser pr├Ądestiniert, Zentrum des noch immer nicht
kapitulationswilligen Restreiches zu werden? Hitler selbst hatte das Ansinnen, seinen
Befehlsstand aus Berlin zu evakuieren, stets energisch zur├╝ckgewiesen. Seine Flucht aus
der Reichshauptstadt w├Ąre einem Eingest├Ąndnis der Niederlage gleichgekommen. Gegen
die Evakuierung von F├╝hrungsst├Ąben der Wehrmacht oder des Heeres im Sinne des
"Auflockerns" war dagegen nichts einzuwenden.
Doch wollen wir es bei dem Begriff "F├╝hrerhauptquartier" belassen.
Das ist schon deshalb berechtigt, weil sich der F├╝hrer im
Dezember 1941 - nach der Abl├Âsung des Generalfeldmarschalls von Brauchitsch - selbst
zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannte (Oberbefehlshaber der Wehrmacht war Hitler
ohnehin) . Im wesentlichen war S III wohl auch eine Idee Himmlers, der aus Th├╝ringen
eine letzte, sozusagen kleindeutsche Bastion zu machen gedachte, um sie den
Westm├Ąchten gegen eine "Teilkapitulation" zu ├╝bergeben. Die Gegend um Ohrdruf bot
alles, was eine Festung verlangte. Der dortige Truppen├╝bungsplatz befand sich auf einem
Kalksteinberg. Und wenn man in dessen Hang Stollen vortrieb, war auch die
Luftsicherheit gegeben. Der br├╝chige, weiche Kalkstein war verh├Ąltnism├Ą├čig gut
bearbeitbar; die Lage des Jonastals bot ideale Verteidigungsm├Âglichkeiten. Dennoch war
es unter dem gegebenen Zeitdruck ein von vornherein zum Scheitern verurteiltes
Unternehmen. Mitte Oktober 1944 verk├╝ndete der Kommandant des
Truppen├╝bungsplatzes Ohrdruf, General von Gockel, seinem Offiziersstab, die
Wehrmacht habe auf h├Âchsten Befehl den Platz sofort zu r├Ąumen. Die Kompanien
w├╝rden bis auf kleine Truppenteile Richtung  Osten in Marsch gesetzt. In den n├Ąchsten
Wochen w├╝rden hier Einheiten der SS Quartier beziehen. Das alles sei jedoch streng
vertraulich zu behandeln. Wie es zur R├Ąumung des Truppen├╝bungsplatzes von der
Wehrmacht kam, berichtete Herr Siegfried Maron aus Luisenthal:
  "Das Volksartilleriekorps 402 (Keulenkorps) kam nach kurzer, oberfl├Ąchlicher
Ausbildung im Raum K├╝strin etwa Ende September nach Ohrdruf auf den
Truppen├╝bungsplatz und bezog zur weiteren Ausbildung f├╝r die Front die dortigen
Kasernen. Die Abteilung, der ich als Obergefreiter zugeteilt war, ich erinnere mich nicht
mehr genau, ob es sich um die zweite oder dritte Abteilung handelte, unterstand dem
Kommando eines Oberstleutnants. Wenn ich mich recht erinnere, hie├č er Falk und
stammte aus Gie├čen. Ende Oktober, ich befand mich gerade auf einer Dienstreise zur
Materialbeschaffung, mu├čten auf Weisung der SS alle anderen Wehrmachtsangeh├Ârigen
den Truppen├╝bungsplatz verlassen, um f├╝r die Unterbringung von KZ- H├Ąftlingen Raum
zu schaffen. Das geschah innerhalb von wenigen Stunden. Schon Tage zuvor war mir
aufgefallen, da├č sogenannte Vorkommandos von H├Ąftlingen wahrscheinlich nachts
eingetroffen waren, die gleich darangehen mu├čten, L├Âcher in den Boden um die Geb├Ąude
des Truppen├╝bungsplatzes zu stemmen. Andere schleppten Derbstangen herbei, die als
Pf├Ąhle in den Boden gerammt wurden. Wieder andere brachten den Stacheldraht f├╝r den
Doppelzaun an. Die einzelnen Abteilungen des Volksartilleriekorps wurden auf die
D├Ârfer um Ohrdruf verteilt und bezogen Privatquartiere. Der Hauptteil r├╝ckte an die
Front ab. Kaum jemand zweifelte noch daran, da├č der Krieg  verloren war. Das wurde
jedoch nur leise und im vertrauten Kreis ge├Ąu├čert; denn mit dem Erschie├čen war man
sehr schnell dabei.
  Als ich in jenen Tagen von der Dienstreise zur├╝ckkam, fand ich das Nachkommando
meiner Abteilung in Stutzhaus, jetzt Luisenthal. Ein junger, etwa
zweiundzwanzigj├Ąhriger Leutnant f├╝hrte das Kommando. Er war ein durchaus
vern├╝nftiger Mann, ganz im Gegensatz zu den Hei├čspornen von der Hitlerjugend. Er
stammte aus Polen, wo seine Eltern zwei gro├če G├╝ter besessen hatten, die sie nun im
gro├čen Treck fl├╝chtend verlassen mu├čten, um ins innerdeutsche Gebiet zu kommen.
Unser Nachkommando hatte die Aufgabe, f├╝r die Fronttruppe die noch fehlenden Ger├Ąte
und Fahrzeuge zu beschaffen, zu verladen und mit einem Sondertransport
nachzubringen...
  In dieser Zeit mu├čten ein paar Kraftfahrer unseres Nachkommandos mit ihren LKW f├╝r
die Aktion Jonastal abgestellt werden. Sie hatten meist nachts und mit Plane zu fahren.
Die M├Ąnner kamen nach solchen Eins├Ątzen immer fix und fertig zur├╝ck. Sie waren bleich
und verschlossen, keiner sprach dar├╝ber, was sie nun eigentlich zu fahren gehabt h├Ątten.
Die  Befehle f├╝r solche  Eins├Ątze erhielt unser Leutnant Schubert vom KZ-Kommando
Ohrdruf und vom F├╝hrungsstab S III, der hier in Luisenthal, in der ehemaligen
Kreisparteischule, untergebracht war. Dort gab es auch einen SS-Arzt mit Namen
Greunu├č. Er wohnte im jetzigen Kindergenesungsheim von Luisenthal, das seinerzeit als
Krankenrevier eingerichtet war. Greunu├č war ein gef├Ąhrlicher Schweinehund, der sp├Ąter
irgendwo untergetaucht ist. Immer schlich er hinter den Leuten her, horchte sie aus, wie
sie ├╝ber das Kriegsende dachten, um sie dann bei der Gestapo zu denunzieren. Auch der
Rundfunkkommentator Hans Fritzsche hatte in Luisenthal Quartier bezogen und im
jetzigen Gasthaus "Zur Brauerei" den letzten gro├čdeutschen Sender eingerichtet.
Fritzsche ging im F├╝hrungsstab ein und aus und wohnte auch in dieser Villa. Der
F├╝hrungsstab selbst besch├Ąftigte keine Zivilisten oder Dienstverpflichtete, sondern hatte
hinter dem Hans ein kleines privat-KZ eingerichtet, in dem etwa hundert H├Ąftlinge
untergebracht waren. Der F├╝hrungsstab S III stand in direkter Verbindung mit dem
Baustab der SS in Friedrichsanfang. Bei der ├ťberbringung einer Nachricht an den
F├╝hrungsstab sah ich etwa zwanzig SS-Offiziere gesch├Ąftig die Korridore entlangeilen".
Die R├Ąumung des Truppen├╝bungsplatzes von der Wehrmacht fiel in Ohrdruf und den
umliegenden Orten nicht weiter auf. An Truppenverschiebungen war man gewohnt. Hin
und wieder sahen die wenigen, die noch nicht an der Front waren, den General, aber
sonst ging alles seinen "geregelten" Gang. Da├č mehr hinter den Truppenverschiebungen
steckte, sollte sich bald zeigen. Schon im September 1944 wurde der Arnst├Ądter
B├╝rgermeister Huhn zu Gauleiter Sauckel nach Weimar bestellt. Der Rechtsberater des
B├╝rgermeisters, Rechtsanwalt Dr. Elbracht, wurde bereits im Vorzimmer abgefangen.
Huhn sah sich SS-Offizieren gegen├╝ber. Sie waren vom Wirtschaftsverwaltungshauptamt
nach Weimar geschickt worden, um dort Erkundungen f├╝r das Objekt "Olga" einzuholen.
Der Arnst├Ądter B├╝rgermeister, der bis dahin immer treu die Linie der NSDAP befolgt
hatte, sah sich nun einer Situation gegen├╝ber, die ihn das Schlimmste bef├╝rchten lie├č.
Nach eingehender Vergatterung er├Âffneten ihm die Offiziere, das Jonastal sei dazu
auserkoren, Hauptquartier des F├╝hrers und anderer hoher Dienststellen zu werden. Der
B├╝rgermeister mochte sich drehen und wenden, wie er wollte, all seine Einw├Ąnde
hinsichtlich des ehrw├╝rdigen Alters der Stadt, ihrer Baudenkm├Ąler und sonstigen
kulturhistorischen Werte fruchteten nicht. Dennoch gab er so schnell nicht auf, f├╝hrte
auch die sich h├Ąufenden Einfl├╝ge von anglo-amerikanischen Bomberverb├Ąnden ins Feld.
Doch die Herren von der SS entkr├Ąfteten ein Argument nach dem anderen. Schlie├člich
tr├Âsteten sie ihn damit, da├č im Falle einer Bedrohung die Hauptkampflinie au├čerhalb der
Stadt verlaufen werde. Zu dieser Zeit hatten Spezialkommandos der SS einige Leute in
Ohrdruf aufgesucht, von denen sie wu├čten, da├č sie ├╝ber geologische Kenntnisse
verf├╝gten. So auch Herrn
Studienrat Julius B├Âttcher. "Eines Tages kam eine Expertengruppe der SS zu mir und
verlangte ein geologisches Gutachten ├╝ber die Beschaffenheit der Kalksteinfelsen im
Jonastal. Die Herren begr├╝ndeten ihr Interesse f├╝r die Felsen damit, da├č sie sagten, hier
solle ein Hauptquartier f├╝r den F├╝hrer gebaut werden. Wenn das so ist, entgegnete ich,
dann kann ich Ihnen einen anderen Tip geben. Ganz in der N├Ąhe von Ohrdruf befindet
sich ein Manganerzbergwerk, das ├╝ber sehr ausgedehnte G├Ąnge verf├╝gt. Die Herren
haben zu verstehen, da├č sie dar├╝ber informiert seien, aber so etwas f├╝r den F├╝hrer nicht
in Frage k├Ąme. Ich nahm sie deshalb mit ins Heimatmuseum und zeigte ihnen die
geologische ├ťbersichtskarte. F├╝r die Erarbeitung des geologischen Gutachtens verwies
ich sie an einen Freund von mir, Geheimrat Zimmermann in Berlin, der bei der
Geologischen Landesanstalt t├Ątig war und unser Gel├Ąnde durch h├Ąufige Exkursionen mit
mir bestens kannte. Er mu├č es dann wohl auch gewesen sein, der das Gutachten
erarbeitete ...". Studienrat B├Âtcher erinnerte sich noch an eine andere Episode: "Als das
unterirdische Nachrichtenamt geschaffen wurde, da hat man mich auch um meinen Rat
befragt. Das vor allem, als hier der Tiefbrunnen f├╝r das "Amt 10" in Angriff genommen
wurde. Ich sagte damals, hier sto├čen sie nicht auf Wasser. Aber die Leute lie├čen sich
nicht beirren und meinten, sie m├╝├čten unbedingt Wasser fnden, und wenn es noch so tief
w├Ąre. Die Grube, die zu dieser Zeit schon vorhanden war, hatte etwa die Ausma├če
zwanzig mal sechzehn Meter. F├╝r mich war diese Stelle sehr interessant, weil hier eine
Menge Versteinerungen gefunden wurden. Ja, ich glaube, man hat die Bohrung auf
zweihundert Meter niederbringen m├╝ssen, um ├╝berhaupt auf Wasser zu sto├čen. Aber
wissen wir wirklich, welche Bewandnis es mit diesem Tiefbrunnen hatte?
 Es war an einem sch├Ânen, wolkenlosen Sommertag. Die Leute, die die Sache hier
leiteten, wollten sich ├╝ber einen Spa├č halbtot lachen, den sie sich mit dem Landrat
erlaubt hatten und den ich selber miterlebte. Mein Freund, er war Adjutant des Generals
von G├Âckel und auch geologisch interessiert, sorgte immer daf├╝r, da├č ich den Platz
betreten durfte. Nun, an diesem bewu├čten Tag, fuhr der Landrat mit seinem Wagen ├╝ber
den Platz. Pl├Âtzlich lief der Motor nicht mehr. In voller Fahrt setzte er aus. Wie ich
h├Ârte, geschah das durch ein elektromagnetisches Feld, das von einer unterirdischen
Anlage erzeugt worden war. Das k├Ânnte man auch bei Panzern so machen, habe ich dann
noch geh├Ârt. Wissen Sie denn, warum w├Ąhrend des gesamten Zweiten Weltkriegs keine
Bombe auf den Truppen├╝bungsplatz gefallen ist, obgleich die Amerikaner und Engl├Ąnder
durch ihre Spione ganz genau wu├čten, da├č hier schlie├člich auch SS lag? Eben deshalb,
weil sie um diese Anlagen wu├čten. Lediglich auf Ohrdruf wurde ein Angriff geflogen, bei
dem  dann viele Ohrdrufer umgekommen sind".
 Von solcherlei Experimenten auf dem Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf, feindliche
Flugzeuge durch die Lahmlegung ihrer elektrischen Anlagen zum Absturz zu bringen, ist
in Ohrdruf und den umliegenden Ortschaften noch heute die Rede.
  Ende Oktober 1944 begannen im Jonastal bei Arnstadt emsige Arbeiten. Die Stra├če, die
bisher Arnstadt mit Oberhof verbunden hatte, wurde ├╝ber Nacht gesperrt. In die
Kasernen von Ohrdruf zog SS ein. Eine Besprechung jagte die andere. Firmen, die bisher
weiter ├Âstlich t├Ątig gewesen waren, mu├čten ihre Arbeit einstellen und wurden
dienstverpflichtet, sich in Ohrdruf zu melden. Bei den Appellen im Konzentrationslager
Buchenwald fl├╝sterte man von S III.

Nur ein F├╝hrerhauptquartier?

Nicht einmal bei euphorischster Beurteilung der Lage an beiden Fronten leuchtet das Ziel
ein, das Objekt "Olga" bis zum 20. April 1945, dem 56. Geburtstag des F├╝hrers,
fertigzustellen. F├╝nfundzwanzig Hauptstollen mit zahlreichen Querverbindungen sollten
zu diesem Termin ├╝bergeben werden. Aber war das wirklich alles, was das Vorhaben S
III umfa├čte? Niemand hat sich bisher der M├╝he unterzogen, einmal nachzurechnen, was
insgesamt fast drei├čigtausend KZ-H├Ąftlinge, trotz der ungeheuerlichen Sterberaten, in
viereinhalbmonatiger Dreischichtarbeit in dem Kalksteinhang anlegen konnten. SS-
Hauptsturmf├╝hrer Albert Schwartz, vom 1. Oktober 1941 bis 11. April 1945
Arbeitseinsatzf├╝hrer im Konzentrationslager Buchenwald, 1947 im Buchenwaldproze├č
zum Tode verurteilt, dann jedoch zu zehn Jahren Gef├Ąngnis begnadigt und schon im
Jahre 1950 auf freien Fu├č gesetzt, sagte bei seiner Vernehmung durch die Alliierten am
19. Februar 1947 zu S III aus: "Karl Sommer (SS-Hauptsturmf├╝hrer, stellvertretender
Leiter des f├╝r die Zuteilung von Arbeitskr├Ąften aus den KZ zust├Ąndigen Amtes D II im
WVHA, 1947 zum Tode verurteilt, sp├Ąter zu lebensl├Ąnglicher Haft begnadigt - d.V.)
besuchte Ende 1944 Buchenwald. Der Grund dieses Besuches war, alle verf├╝gbaren
Arbeitskr├Ąfte f├╝r den Bau eines geheimen F├╝hrerhauptquartiers in der N├Ąhe von Ohrdruf
zu bekommen. Dieses Bauvorhaben lief unter der Geheimbezeichnung S III. Es wurde in
gr├Â├čter Eile vorbereitet, obwohl alle zust├Ąndigen Stellen wu├čten, da├č so ein Vorhaben
l├Ąngere Zeit in Anspruch nehmen w├╝rde. SS-Standartenf├╝hrer Maurer (Leiter des Amtes
D II im WVHA, 1947 in Krakau zum Tode verurteilt - d.V.) wollte jedoch beweisen,
da├č dieses Bauvorhaben in k├╝rzerer Zeit mit H├Ąftlingen durchzuf├╝hren w├Ąre. In dieser
schriftlich niedergelegten und beeidigten Aussage von Schwartz findet sich zugleich die
Bemerkung  "..Ich habe auch gelegentlich bei einer Besprechung erfahren, da├č neben
dem F├╝hrerhauptquartier auch Startbahnen f├╝r V-Waffen in Ohrdruf errichtet werden
sollten". Kaum ein Zweifel d├╝rfte daran bestehen, da├č Th├╝ringen f├╝r eine Art Exil der
Reichsregierung vorgesehen war, sozusagen f├╝r ein "Kleindeutschland" im gr├╝nen
Herzen Deutschlands. Alle in den Bereich des k├╝nftigen F├╝hrerhauptquartiers
einbezogenen Ortschaften erhielten Decknamen. F├╝r Arnstadt galt "Alma", f├╝r Ohrdruf
"Olga" (wie f├╝r das Hauptquartier), f├╝r Ilmenau "Ilse", f├╝r Weimar "Werner", f├╝r Gotha
"G├╝nther", f├╝r Tabarz "Habichtshof", f├╝r Tambach-Dietharz "Silvia", f├╝r Ruhla "Rudi"
usw.

Die Herren beziehen Quartier

Nicht nur das Oberkommando des Heeres zieht nach Th├╝ringen.
Quartiere f├╝r Generalfeldmarschall Kesselring und W├╝rdentr├Ąger der Reichsregierung.
Das Schatzlager in Merkers.
Stellpl├Ątze f├╝r Hitlers und G├Ârings Sonderz├╝ge.
Hitler weigert sich umzuziehen.

Der Salonwagen von Compiegne.

Merkw├╝rdig erscheint uns heute, weshalb die ma├čgeblichen Stellen in der obersten Heeresleitung und
in der Reichsregierung erst im Februar 1945 das Objekt "Olga" zur Sprache brachten.
So wird in einem von Generaloberst Heinz Guderian unterzeichneten Schreiben des Generalstabs
des Heeres auf den Befehl Nr. 71/45 vom 12.2.1945 Bezug genommen,
der die Verlegung des OKH in den Raum "Olga" anordnete.
In dem mit dem 26.2.1945 datierten Schreiben hei├čt es:
"In Fortsetzung der Ma├čnahmen o. a. Befehls wird Masse Staffel A in den Raum "Olga" am 27.2.45 beginnend verlegt ... Mit der Durchf├╝hrung der Verlegung und Unterbringung im neuen Raum wird Kdt Hqu OKH
beauftragt. Unterk├╝nfte sind noch nicht ausgebaut ... Fehlen von Luftschutz im neuen
Raum erfordert als erste Ma├čnahme Selbsthilfe durch Bau von Splittergr├Ąben und
strengste Luftschutzdisziplin.
 Vorbereitungen f├╝r Mot-Marsch f├╝r Gesamt HQu OKH durch Gen. Insp. d. Pz. Tr.
(Generalinspekteur der Panzertruppen - d.V.) laufen aus ...
Gen Qu regelt Betriebsstoffversorgung f├╝r Verlegung und Durchf├╝hrung der Entladeaufgaben im
Raum "Olga" ...

 Strengste Geheimhaltung und Durchf├╝hrung der erforderlichen Abwehrma├čnahmen ist sicherzustellen.
 Weitere Befehle dieser Art, die jeweils Pr├Ązisierungen hinsichtlich Mannschaftsst├Ąrke, Transportmittel, Zeit der Evakuierung und Zwischenunterk├╝nfte enthielten, folgten noch bis zum 26. M├Ąrz.
Erst am 9. M├Ąrz 1945 ergeht eine von General Wilhelm Burgdorf, Chefadjutant der Wehrmacht beim F├╝hrer ad interim, unterzeichnete Information an alle Dienststellen.

Darin hei├čt es:
"Auf Befehl des F├╝hrers hat Reichsf├╝hrer-SS im Raume Ohrdruf den Ausbau einer neuen Unterkunft FHQu ├╝bernommen. Mit der Durchf├╝hrung ist SS-Gruppenf├╝hrer Kammler beauftragt worden.
 Auf Grund der gem├Ą├č F├╝hrerentscheid vorzubereitenden und teilweise durchzuf├╝hrenden Verlegung des FHQu's und anderer Dienststellen in diesen Raum ist eine Neuregelung der ├Ârt1ichen Leitung und Lenkung von baulichen und unterkunftsm├Ą├čigen Fragen erforderlich.
  Im Einvernehmen mit SS-Gruppenf├╝hrer Kammler wird f├╝r alle auftretenden Bau- und Unterkunftsfragen sowie f├╝r Sonderzugabstellungen als dessen Vertreter der dem Chefadjutanten der Wehrmacht beim F├╝hrer unterstehende Oberst Streve, Kommandant F├╝hrerhauptquartier bestimmt.
 Die zust├Ąndigen ├Ârtlichen Dienststellen im Raume Ohrdruf:
  a) Arbeitsstab Oberst Streve (Major Budnick)
  b) Bauleitung SS-Gruppenf├╝hrer Kammler (Hptstuf. Grosch)
haben Weisung, an sie herantretende Anforderungen nur nach Genehmigung durch
Oberst Streve durchzuf├╝hren."
 Warum diese Information so sp├Ąt erteilt wurde, wissen wir nicht. Rodney Minott schreibt in seinem 1964 erschienenen Buch ├╝ber die sogenannte Alpenfestung: 

..Anfang M├Ąrz (1945 - d.V) plante Hitlers Stab in Berlin, die Reichskanzlei nach Th├╝ringen zu verlegen.
Goebbels protestierte; er meinte, da├č jede derartige Verlegung sinnlos w├Ąre.
Er wu├čte, da├č das Ende nicht mehr weit war und plante inmitten der Ruinen von Berlin eine "G├Âtterd├Ąmmerung"
im Nazistil.

 Ende Januar hatten die Sowjets in der N├Ąhe von Wriezen die Oder ├╝berschritten und stie├čen unter verlustreichen K├Ąmpfen auf beiden Seiten der Front weiter auf Berlin vor.

Im Westen war es den Amerikanern am 7. M├Ąrz gelungen, nach der ├ťberquerung des Rheins bei Remagen einen Br├╝ckenkopf zu bilden, der g├╝nstige M├Âglichkeiten f├╝r das weitere rasche Eindringen in das Restreich er├Âffnete.
In diesem Falle hatte Goebbels zweifellos recht, wenngleich er die "Volksgenossen" noch immer auf den Endsieg zu drillen bem├╝ht war. Hitler selbst griff erst am 20. April 1945, als die K├Ąmpfe um die Reichshauptstadt bereits einsetzten, den Vorschlag auf, die Reichsf├╝hrung in einen n├Ârdlichen Teil (unter D├Ânitz) und einen s├╝dlichen Teil (unter Kesselring) aufzugliedern und sich selbst auf den Obersalzberg zur├╝ckzuziehen.
Dort war schon alles vorbereitet auf den Empfang des F├╝hrers, doch der blieb in Berlin, noch immer auf Rettung durch die "Vorsehung" hoffend. F├╝nf Tage sp├Ąter hatte die Rote Armee den Ring um die Reichshauptstadt geschlossen.
 Schon lange vor dem 9. M├Ąrz hatten sich Reichsstellen, (darunter auch Teile der Reichskanzlei) um die Evakuierung in den Raum Th├╝ringen beworben.
Am 31.Januar 1945 schlug der Reichsminister der Finanzen, Ernst-Anton Kroigk, vor, die Reichsregierung sowie die Gold- und Devisenbest├Ąnde der Reichsbank nach Th├╝ringen zu verlagern. Eine Evakuierung der Reichsregierung lehnte Hitler ab, nicht jedoch die der Reichsbanksch├Ątze.
Vom 12. Februar bis zum 13. M├Ąrz 1945 gingen vierundzwanzig Eisenbahnwaggons mit diesen Sch├Ątzen nach Merkers im (damaligen) Kreis Eisenach, wo die kostbare Fracht in die Kalisch├Ąchte Kaiseroda II/III eingelagert wurde.
Die Operation wie auch das Geheimdepot erhielten den Code "Walro├č".
 Unmittelbar nach dieser Aktion brachten - einer Weisung der Reichskanzlei folgend -
auch die Berliner Staatlichen Museen ihre wertvollsten Sch├Ątze in den Kalisch├Ąchten von Merkers unter.
 
Der f├╝r den Bau von "Olga" vom F├╝hrer verantwortlich gemachte SS-Chef Heinrich Himmler hatte bereits Ende Oktober 1944 Vorkehrungen f├╝r Verlagerungen treffen lassen.
So hei├čt es in einem mit dem 28. Oktober datierten Bericht des f├╝r Wirtschafts- und Haushaltsfragen zust├Ąndigen Amtes II des Reichssicherheitshauptamtes:
"In Ransbach ... werden 5000 Quadratmeter f├╝r das Reichssicherheitshauptamt f├╝r Lagerung von Akten, Kunstgegenst├Ąnden, Gem├Ąlden usw. hergerichtet.
Der Vertreter des Reichssicherheitshauptamts, SS-Sturmbannf├╝hrer Knoll, war ├╝ber das Ergebnis der
k├╝rzlichen gemeinsamen Besichtigung in Ransbach sehr befriedigt". Der Kalischacht
Ransbach (Hessen) lag nur wenige Kilometer von dem sp├Ąteren Reichsbankdepot in Merkers entfernt.

 Hitler hatte sich indes, wie bereits erw├Ąhnt, bis zuletzt der Umsiedlung der Reichsregierung nach Th├╝ringen widersetzt. Der Evakuierungsbefehl f├╝r Teile der Wehrmacht r├╝hrte offenbar daher, die Region um Arnstadt/Ohrdruf zu einem geheimen Verteidigungszentrum auszubauen.
Im weiteren Sinne geh├Ârte dazu auch der Raum Nordhausen, wo Himmler im Februar 1945 ein mehrere hundert Quadratkilometer gro├čes Terrain f├╝r die SS-F├╝hrung abgrenzen lie├č.

  ├ťberhaupt schien Th├╝ringen im Endstadium des Dritten Reiches als einzig funktionsf├Ąhiges Areal verblieben zu sein. So schreibt Ralph Ingersoll in seinem 1946 erschienenen Buch "Top secret":
"Nachdem Bradley (Oberkommandierender des Zw├Âlften US-Armeekorps - d.V.) den Rhein ├╝berquert hatte, w├Ąhlte er den Th├╝ringer Wald in Mitteldeutschland anstelle Berlins als Endziel und schickte dann Patton (Chef
der Dritten US-Armee - d.V.) weiter nach S├╝den gen ├ľsterreich.
Was von Deutschlands Industrie verblieb, war ├╝ber den Th├╝ringer Wald verstreut".
 Aus einem "Auflockerungs"-Befehl des Chefs der F├╝hrungsgruppe im Generalstab des Heeres, General der Infanterie Hans Krebs, vom 29. M├Ąrz 1945 erfahren wir, da├č das Oberkommando des Heeres in der Gegend um das Jonastal bereits weitgehend Quartier bezogen hatte -

Einheiten des Generals der Infanterie, des
Chefs des Heeresnachrichtenwesens, des
Generals der Nachrichtenaufkl├Ąrung, des
Generals der Eisenbahntruppen, des
Generals der Pioniere und des Festungsbaus, des
Kommandeurs des Kartierungs- und Vermessungswesens, des
Nationalsozialistischen F├╝hrungsoffiziers beim Generalstab des Heeres, des
Fliegerverbindungsgeschwaders 2, des
Festungs- Nachrichtenregimen Ls 601, die
Organisationsabteilung des OKH, der
Generalquartiermeister, der
Generalinspekteur der Panzertruppen usw.

Die Truppen mu├čten sich vorerst noch mit "mobm├Ą├čig erkundeten Ausweichquartieren" begn├╝gen.

"Die von den Abteilungen beauftragten Quartiermacher erfragen und empfangen ihre diesbez├╝glichen Anweisungen vom Sonderstab Z (Zentralamt des Heeres - d.V) - Lager "Olga". Jede wilde Quartiermacherei, die nur zu unn├Âtigen Reibungen f├╝hrt, mu├č vermieden werden"., hei├čt es noch in einer Anweisung vom 26. M├Ąrz 1945.
 
Als Ausweichquartiere dienten neben Kasernen, Ferienheimen, Kurh├Ąusern, Hotels, Schl├Âssern und Gasth├Âfen nur in begrenztem Ma├če Privatunterk├╝nfte. Viele dieser Unterk├╝nfte waren jedoch schon anderweitig belegt, unter anderem auch von Teilen der Reichskanzlei.

  Seit dem 25. Januar 1945 war jeder Zuzug in den Kreis Gotha gesperrt.
Unter dem Vorwand, das Verteidigungszentrum in Th├╝ringen verst├Ąrken zu wollen, nisteten sich auch Leute wie der Reichsbauernf├╝hrer Richard W. Darre in Stadtilm,
Goebbels Stellvertreter Hans Fritzsche in Luisenthal, der
Staatssekret├Ąr im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhardt, im Jahre 1950 von einer M├╝nchener
Entnazifizierungs-Spruchkammer als "Hauptschuldiger" eingestuft, in Ilmenau,
Reichsdentistenf├╝hrer Blumenstein - der sich wegen seiner hochwissenschaftlichen
Bemerkung, Kauen sei reichswichtig, den Spott der deutschen "Volksgenossen"
zugezogen hatte - in Geschwenda ein.
Anfang M├Ąrz 1945 bezog auch Generalfeldmarschall Albert Kesselring, nach der Abl├Âsung von Rundstedts zum
Oberbefehlshaber West ernannt, zun├Ąchst in Crawinkel und bald darauf im standesgem├Ą├čen Schlo├č Reinhardsbrunn Quartier; sein Stabszug, neben dem Bahnhof Crawinkel abgestellt, wurde von amerikanischen Bombern am 6. Februar 1945 angegriffen.
Kesselring hat dann Ende M├Ąrz sein Hauptquartier in den Harz verlegt.
Der Angriff auf seinen Stabszug kostete siebzig Ohrdrufer B├╝rger das Leben.

 Weitere Informationen, die ziemlich eindeutig belegen, da├č ma├čgebliche Stellen in der nazistischen F├╝hrungsclique trotz Hitlers Ablehnung in Th├╝ringen ein neues Reichszentrum einzurichten gedachten, entnehmen wir den Aussagen von Zeitzeugen aus diesem Raum.

 So erinnerte sich Herr Arno Wieckert, seinerzeit Stationsvorsteher der Deutschen
Reichsbahn in Oberhof:

 "An einem Tag im M├Ąrz 1945 war es, da suchte mich eine Expertengruppe der SS in
meinem Dienstraum auf. W├Ąhrend die Herren darauf hinwiesen, da├č hier das
F├╝hrerhauptquartier herkommen solle, breiteten sie zw├Âlf Karten auf den Tischen aus, in
denen bereits Eintragungen zu sehen waren. Ich wurde aufgefordert: "Fertigen Sie eine
Liste von allen Leuten an, die hier, unterhalb des Bahnhofs, in der Siedlung wohnen, und
vergessen Sie dabei nicht einzusch├Ątzen, wie diese Leute zu unserem F├╝hrer stehen".
Der Major, der diese Worte gesprochen hatte, duldete keinen Widerspruch und f├╝gte seinen
Worten hinzu: "Wahrscheinlich wird es so werden, da├č Sie und ein Regierungsrat aus
Berlin hierbleiben, w├Ąhrend die anderen Bewohner der Siedlung die H├Ąuser verlassen
m├╝ssen. Sie und der Regierungsrat aus Berlin sind f├╝r die Sicherheit des
Brandleitetunnels voll verantwortlich...

 W├Ąhrend des Gespr├Ąchs fuhr vor dem Bahnhofsgeb├Ąude eine Fahrzeugkolonne vor.
Soldaten, an deren Uniform zu erkennen war, da├č sie einer Nachrichteneinheit
angeh├Ârten, sprangen herab. "Ach ja, ich hatte noch nicht gesagt, da├č wir in Ihrem Haus
eine Funkereinheit stationieren m├╝ssen, sie soll dort eine Vermittlungsstelle einrichten.
Ich hoffe, Sie machen uns keine Schwierigkeiten., setzte der Major das Gespr├Ąch fort".
 Weiter wu├čte Wieckert zu berichten:

"Auf den umliegenden Bergen sollte, wie damals gesagt wurde, schwere Flak stationiert
werden. Der Organisation Todt war die Aufgabe gestellt, auf der rechten Seite des
Brandleitetunnels Stollen in den Berg zu treiben. Vorgesehen war, da├č die Sonderz├╝ge
Hitlers und G├Ârings in den Brandleitetunnel geschoben werden und in den
Taleinschnitten zu beiden Seiten des Tunnels weitere Sonderz├╝ge des Oberkommandos
der Wehrmacht und verschiedener Regierungsstellen unterge- bracht werden sollten.
Dabei war auch beabsichtigt, einige dieser Sonderz├╝ge im Raum Ohrdruf/Crawinkel
aufzustellen. Mich hatte man pers├Ânlich daf├╝r verantwortlich gemacht, da├č st├Ąndig
hinreichend Lokomotiven unter Dampf gehalten wurden. Tags├╝ber sollten die Z├╝ge von
Hitler und G├Âring - der dicke Hermann hatte ja hier in der N├Ąhe ein Jagdschlo├č - vor
dem Tunnel stehen, bei der Ank├╝ndigung feindlicher Flugzeuge jedoch sofort in den
Tunnel geschoben werden. Die erw├Ąhnte Expertengruppe der SS sprach auch davon, da├č
in dem Tunnel ein Gehweg gebaut und eine Wasserleitung dorthin installiert werden
sollte. Einer von Hitlers Stabs├Ąrzten, der zu der bei mir erschienenen Expertengruppe
geh├Ârte, entnahm w├Ąhrend des Gespr├Ąchs in meinem Amtszimmer auf dem
Bahnhofsgel├Ąnde Wasserproben. Die ganzen Ma├čnahmen konnten aber gewisserma├čen
nur eine Notl├Âsung sein, weil das in Bau befindliche F├╝hrerhauptquartier nicht
termingerecht fertig wurde. Der Vormarsch der Amerikaner erfolgte dann ja auch sehr
rasch, so da├č der Spuk hier in Oberhof ein baldiges Ende fand. Ich erinnere mich, da├č
vorgesehen war, bei Crawinkel den Sonderzug von Generalfeldmarschall Kesselring und
einen Diplomatenzug abzustellen".

"Alles vom Feinsten"

Die Behauptung, im Jonastal sei nichts fertig und alles so gewesen, wie es die Rote Armee von einem Arnst├Ądter Architekten im Oktober 1945 aufgelistet erhielt, d├╝rfte kaum den Realit├Ąten entsprechen. Zeugen wu├čten jedenfalls anderes zu berichten.
So erinnerte sich Edmund M├Âller aus Gehren-Jesuborn:
"Bei meinen Arbeiten in den Stollen sah ich gro├če Stahlt├╝ren, die st├Ąndig geschlossen gehalten wurden.
Auch wir als Elektriker sind hier nicht reingekommen".

 Karl Zehnel aus Ichtershausen geht noch weiter:
"Es steht fest da├č die Stollen nahezu fertig waren. Es wird immer viel erz├Ąhlt, aber wir, die wir dort gearbeitet
haben, m├╝ssen es ja schlie├člich am besten wissen ... Ich selbst habe Parkettfu├čboden verladen und in die Stollen gefahren. In den letzten acht Tagen, bevor die Amerikaner kamen, waren die unterirdischen Konferenzr├Ąume, Befehlsst├Ąnde und gro├če Hallen fertig".

 Eduard Herms aus Ohrdruf (er war bei der Stra├čenbau AG., Niederlassung Weimar, besch├Ąfigt) stimmt dem zu:
  "Gro├če Teile des Stollensystems waren bereits gekachelt und mit Fliesen ausgelegt ...
Ich kann nur so viel sagen, da├č das Objekt unmittelbar vor der Einweihung gestanden haben mu├č".

 Gleiches sagte Herr K.W aus Arnstadt (obgleich das Interview mit ihm bereits 1964 stattfand, wollen wir bei der Vereinbarung bleiben, seinen vollen Namen nicht zu nennen):

 "Ich war damals im Jonastal dienstverptlichtet und mu├čte zusammen mit anderen von der Firma Elektro-Beyer, Erfurt, Elektroleitungen auf den Baustellen eins und zwei verlegen. Dabei kamen wir in die Stollen. Die G├Ąnge waren bereits mit hellen Kacheln verkleidet. Der weiteste mir bekannte Vortrieb in das Innere des Berges betrug
neunhundert Meter. Vermutlich hat die SS kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner im Innern des Berges die wichtigsten G├Ąnge zugesprengt".

 Auf dem Hof der schon erw├Ąhnten Frau Traute Schleichardt befand sich ein S├Ągewerk, in dem HoIz f├╝r da├č Jonastal zugeschnitten wurde. Frau Schleichardt erinnert sich noch der begeisterten Schilderungen des S├Ągewerksbesitzers, der eines Tages von einem der Architekten (er stammte aus Kassel) in das Jonastal mitgenommen wurde, "um zu sehen, was aus seinem Holz gemacht werde". Der S├Ągewerksbesitzer "schwelgte geradezu in seinen Schilderungen von dem in jeder Hinsicht kaum vorstellbaren Luxus: Teppiche,
M├Âbel, alles vom Feinsten, Parkettfu├čb├Âden, Teppiche und Gem├Ąlde an den W├Ąnden".

  Frau Cl├Ąre Werner aus Arnstadt - die f├╝r ihre Leistungen um die Rettung Arnstadts und der Kunstsch├Ątze auf der Wachsenburg ├╝brigens nie ein Wort des Dankes erfahren hat - erinnert sich, da├č Einwohner von Bittst├Ądt Kisten im Jonastal eingelagert haben sollen.
Sie zweifelt jedoch an, da├č die SS in allen Stollen gesprengt hat.

  "Ich war ja selbst noch drin, wei├č nicht mehr, ob es der Stollen eins oder zwei, von Arnstadt her kommend in Richtung auf Crawinkel, war. Jedenfalls brachte mich ein UkrainerAnfang Juli 1945 in den Stollen. Drinnen stand ich vor schweren T├╝ren, Doppelt├╝ren mit Eisenbeschlag. Der Ukrainer ├Âffnete eine dieser T├╝ren, und wir betraten
einen etwa acht oder neun Meter langen Raum, dessen Decke und W├Ąnde mit rustikaler dunkelbrauner Eiche get├Ąfelt waren. Ich erinnere mich an je einen schweren Steg- und Schreibtisch, eine Couch und entsprechende Beleuchtung. Der Fu├čboden war mit Parket belegt. Man konnte in dem Raum wohnen und schlafen. Der mich begleitende Ukrainer klopfte die W├Ąnde ab und machte mich darauf aufmerksam, da├č sie beweglich seien. Ich
hatte den Eindruck, da├č es sich hier um einen Wachraum handelte, der in einem der Querstollen untergebracht war".

 Auch hier wird man an Schilderungen ├╝ber die Festung auf dem Obersalzberg erinnert.
Die Parkettfu├čb├Âden von Bormanns Bunkern waren von kostbaren Wandteppichen bedeckt, die W├Ąnde mit erlesenen H├Âlzern bekleidet. Es war halt alles wie zu Hause und noch ein bi├čchen besser, denn die Kosten f├╝r das Ganze trug ja der "Volksgenosse". Und G├Âring stand darin seinem verha├čten Rivalen nicht nach. Hitler hat dann sp├Ąter, im Juni 1944, angewiesen, bei der Ausstattung von F├╝hrerhauptquartieren auf unn├Âtigen Komfort zu verzichten: "Der F├╝hrer betont ausdr├╝cklich, da├č er die Inneneinrichtung der Bunker in einfachster Art w├╝nscht, insbesondere befiehlt er das Weglassen von Holzverkleidungen". Frau Schleichardt sprach auch von "Gem├Ąlden an den W├Ąnden".

Woher stammten die? Aus der Reichskanzlei? Aus den Berliner Museen? Die Gem├Ąldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin vermi├čt noch immer 411 Bilder. Alter Meister, deren heutiger Auktionswert nicht unter einer Milliarde Mark liegen d├╝rfte. Sie sollen in ihrem Auslagerungsdepot im Berliner Friedrichshain (unter sowjetischer
Bewachung) Mitte Mai 1945 verbrannt sein. N├Ąhere Untersuchungen haben jedoch ergeben, da├č dies nicht stimmen kann. Einer anderen Version zufolge seien die Bilder Anfang 1946 in einem russischen Depot in Angerm├╝nde verbrannt. Aber auch das ist eine sehr vage Hypothese. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit befanden sich die 411 Gem├Ąlde nicht im Flakleitturm des Berliner Friedrichshains, als dessen Inhalt in Flammen aufging. Wohin sind sie gekommen?"

 Angaben des bereits fr├╝her zitierten ehemaligen Wehrmachtgefreiten Siegfried Maron zufolge hatten sich Einwohner der Ortschaften um SIII damals, also nach dem Einzug der Amerikaner, im verlassenen SS F├╝hrungsstab in Luisenthal auch mit Gem├Ąlden bedient. Bekannt ist indes, da├č schon unter den amerikanischen Besatzern mit
Demontagearbeiten im Jonastal begonnen wurde. Das mutet recht seltsam an. Was sollten die Amerikaner mit Einrichtungselementen eines F├╝hrerhauptquartiers angefanen haben? Oder war da noch anderes? Ein Zeitzeuge, Richard Kaiser, der von Anfang an bei den Demontagearbeiten - deutsche Treuhandfirmen wurden damit beauftragt - dabei war, ist 1987 verstorben. Sein Sohn Gerhard kann sich jedoch noch an die Schilderungen des Vaters erinnern. "Es ging den Amerikanern wohl um Produktionsanlagen. Als dann die Russen vom Jonastal Besitz ergriffen, wurde alles, bis auf den letzten Lichtschalter, abgebaut".

Waren auch Kunstsch├Ątze unter dem, was die Amerikaner "demontierten"? Fanden sie in dem H├Âhlenlabyrinth Archive? Mit der Evakuierung von solcherlei Dingen h├Ątte man deutsche Firmen freilich nicht beauftragt.
Der Abtransport der Reichsbank- und Museumssch├Ątze aus dem Kalischacht von Merkers wie auch anderer Wert- und Produktionsg├╝ter, die sich in der den Sowjets zugesprochenen Zone befanden, darunter auch die wichtigsten Teile der A4-Anlagen in Nordhausen, brachte den Amerikanern einigen diplomatischen ├ärger ein.
Das ging bereits aus einem mit dem 10.Apri1 1945 datierten "Eyes only" von General Marshall hervor. War es das, was die USA veranla├čte, das Kapitel "Jonastal" k├╝nftig unerw├Ąhnt zu lassen? War es wirklich SS, die die schon fertigen Bereiche in den Stollen zugesprengt hat, und wie kommt es, da├č fast alle Stollen in der Zwischenzeit mehr oder weniger zug├Ąnglich wurden, der f├╝r unsere Untersuchungen (zun├Ąchst) interessanteste Stollenkomplex 21-25 jedoch nicht? 

Erstaunlich auch die Erinnerung von Herrn K. W aus Arnstadt, da├č die Stollen bis zu 900 Meter in den Berg vorgetrieben worden sein sollen. Der l├Ąngste Stollen, den man 1945 vorfand, ma├č knappe 120 Meter.
Und das fanden wir bei unseren Besuchen in dem Stollenlabyrinth best├Ątigt.

Die Suche nach einem Verbindungstrakt zwischen den Komplexen 16-20 und 21-25 blieb indes erfolglos, obgleich die Stollen bemerkenswert gut "bewettert" (bel├╝ftet) sind, wie unsere Kerzenflamme bewies. Aber unser Bergbauexperte I.eo Micklitz verbrachte ├╝ber sechs Stunden in der heute nur noch von Flederm├Ąusen bewohnten Unterwelt, ohne die Spur eines Verbindungstrakts zu finden.
  Birgt also der bislang unerschlossene Stollenkomplex 21-25 das Geheimnis? Reichte er bis zu 900 Meter in den Berg? Oder gab es noch weitere unterirdische R├Ąume? Immerhin hat (bis auf Frau Werner) keiner von den Zeugen zu erkennen gegeben,in welchen Stollen er die fertigen R├Ąume gesehen hat. Jedenfalls war der gr├Â├čte Teil der G├Ąnge nicht fertiggestellt, und selbst in dem Komplex 16-20 konnten wir keine Spuren von Kacheln oder Fliesen finden, sie waren jedoch bis auf einen kleinen Nebentrakt fertig betoniert.
 Nicht unerw├Ąhnt bleiben soll schlie├člich noch der Bericht des ehemaligen S III-H├Ąftlings Alexander Wlassow aus dem Jahre 1967. Wlassow war von Anfang an, also seit den ersten Novembertagen 1944, im Jonastal. Er schrieb unter anderem:

 "Die Arbeiten verliefen in drei Schichten. W├Ąhrend die H├Ąftlinge des Zeltlagers
(Espenfeld - d.V) haupts├Ąchlich mit dem Bau von Wegen und dem Entladen des
eintreffenden Baumaterials besch├Ąftigt waren, wurden in Crawinkel Tunnel angelegt und
unterirdische R├Ąume gebaut.
Wir h├Ârten oft Erz├Ąhlungen ├╝ber riesige unterirdische S├Ąle,
├╝ber die Einrichtung von unterirdischen Fabriken.
Beharrlich liefen Ger├╝chte, da├č die unterirdische Fabrik von Crawinkel V2-Waffen herstellen sollte.
Au├čerdem wurden unterirdische Wohnr├Ąume und Unterst├Ąnde gebaut, die ausgestattet waren mit gro├čem
Luxus und Komfort. Es ging das Ger├╝cht, da├č dort der Stab Hitlers untergebracht
werden sollte, aber das hielten wir f├╝r ├╝bertrieben".

  Wo sollen sich die R├Ąume f├╝r die unterirdischen Fabriken befunden haben? In den von uns aufgesuchten Stollen fand sich nicht der geringste Hinweis darauf.
Und es d├╝rfte ausgeschlossen sein, da├č sich solche R├Ąumlichkeiten in den G├Ąngen des Stollensystems 1
bis 25 befunden haben, die von dem Arnstadter Architekten im Herbst 1945 vorgefunden wurden.
Die Herren vom Oberkommando des Heeres h├Ątten es sich wohl energisch verbeten, Wand an Wand mit Produktionsr├Ąumen zu residieren. Wo also befanden sich diese R├Ąume?

Wlassow schreibt immer nur von Crawinkel. Auch russische Offziere vom Truppen├╝bungsplatz Ohrdruf haben im Fr├╝hjahr 1991 zu verstehen gegeben, da├č sich unter dem Muschelkalkberg viel mehr verberge, als man gemeinhin annehme.
Es gab zudem Vermutungen, die sowjetischen Truppen h├Ątten einige H├Âhlen f├╝r die Stationierung von Raketen verwendet. Ein anonymer Anrufer deutete Anfang des Jahres 1992 an, das Hauptquartier befinde sich gar nicht im Jonastal, sondern sei im Gel├Ąnde auf dem Truppen├╝bungsplatz, "in Verl├Ąngerung des Biensteins", zu suchen.

Solcherlei Mitteilungen sind uns schon fr├╝her zugegangen. So hie├č es auch, in Tambach-Dietharz,
das den Decknamen "Silvia" trug, befnde sich noch heute ein unentdecktes Lager mit Kunstsch├Ątzen.

Die Schwierigkeit bei derartigen Informationen liegt nur darin, da├č ihre Verl├Ą├člichkeit sehr vage ist.
H├Ątte man nur den "verl├Ą├člichsten" Informationen zum Verbleib des Bernsteinzimmers Glauben geschenkt, m├╝├čten inzwischen wenigstens hundert davon entdeckt worden sein.

Quelle: http://www.geocities.com/CapeCanaveral/1325/raetsel.txt